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9 (1828)
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255
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Capitel 6.

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Gutes thun; säen im Fleisch, Böses thun. Welche Lehre ermm in die Weite theilet, und vermahnet sie zur Verharrungdurch die Vertröstung der künftigen Vergeltung. Denn es wirdnicht der selig werden, der da anhebet, sondern, der verharrenwird. Es ist leichtlich, daß man ein Werck ansähet, aber dasist schwer, dasselbige vollbringen, und darinnen verharren unterso viel Verhindcrniß und Anstössen, die einem entgegen sind mitgrossen Haufen, welcherley das ist, daß die Sünder taglich ge-mehret werden in den bösen Wercken, und wir in den guten Wer-cken trage und faul werden (spricht Hieronymus.)

10. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun

an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Ge-nossen.

Da strecket er seine Lehre in die Breite, welche nicht weni-ger schwer ist, als die Länge. Lasset uns thun Gutes, sprichter, an jedermann, an Jüden, an Danckbaren und Undanckba-ren, an Freunden und Feinden, an Nachbarn und Fremden,und gantzlich (wie von der Liebe gesagt ist) ohne alles Ansehender Person. Da siehest du, wie eine große Weite sey derChristlichen Gutwilligkeit, denn sie muß rund seyn, das ist,vollkommen, wie Christus saget, Matth. 5, 46: Wenn ihrallein die liebet, die euch lieben, was werdet ihr für eine Beloh-> nung habe»; thun doch das auch die Zöllner. Doch setzet Paulusvor, die des Glaubens Genossen sind. Denn denenselbigen sindwir stärcker verbunden, nemlich als denen, die aus einem Haus-gesinde, von einer Christlichen Versammlung sind» welche mituns haben einen Glauben, eine Lause, eine Hoffnung, einenHerrn, Eph. 4, 4, 5, und alles gleich mit uns.

11. Sehet, mit wie vielen Worten hab ich euch geschrieben

mit eigner Hand.

Ich folge dem Erasmo, welcher dafür halt, daß der gantzeBrief von dem Apostel mit eigner Hand geschrieben sey, als wor-inn er darleget seinen Fleiß gegen den Galatern, eben, als wollteer sprechen: Ich pflege nicht mit eigner Hand zu schreiben, abersthet, daß ich von wegen eures Heils so eine lange Epistel ge-schrieben habe-, wiewvl ich auch ein andermal und zu andern lan-ger habe geschrieben, doch auch mit andern Handen: daß ihr alsodie Sache mit so grossem Ernst wollt annehmen, mit welchem>chs meyne und gethan habe. Das ist ein rechter apostolischerMann, der solche Sorge tragt um der Seelen willen.

12. Die sich wollen angenehm machen nach dem Fleisch, die