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9 (1828)
Entstehung
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248
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248 Capitel 6.

die heilige Romische Kirche genennet hatte; denn also reden sie,wenn sie von den grösten Sünden reden. Paulus aber, der nen-net sie, was es vor Sünden mögen seyn, Schwachheit und Ge-brechlichkeit. Ursache, er redet nicht mit der Zunge des Teufels,das ist, des Lasterers, sondern mit der Zunge des Trösters, desHeiligen Geistes. »

Darnach thut er ein fein Exempel dazu.» Denn auch Chri-stus nicht an ihm selber Gefallen hatte, sondern, wie geschriebenstehet: Die Schmach derer, die dich schmäheten, sind über michgefallen, Rom. 15, 3., Ps. 69, 11., das ist, wie Esaias 53, s.11. 12. sagt- Er hat unsere Sünde getragen, will schweigen, deßer uns darinnen verlassen hatte, oder beschuldiget und verdammet.Handelt nicht anders mit uns, denn, als hatte er unsere Sündeselbst gethan, die wir doch gethan haben, und er bezahlet. Alsoführet er, Phil. 2,5., eben das Exempel ein und spricht: Einjeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war?c. Siehe,Christus ist gleich den Menschen, das ist, den Sündern undSchwachen, und hat keine andere Gestalt noch Form vorgewandt,denn eines Menschen und eines Knechts, dieweil er uns nichtverachtet in der Gestalt Gottes, sondern nimmt an sich und tra-get unsere Gestalt, und traget unsere Sünde in seinem Körper.Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchetwerdest.

Es redet auch da fast maßig und bescheiden der Apostel. Erspricht nicht, damit nicht du auch fallest, wie anderswo, 1. Cor.10, 12: Der da stehet, der sehe, daß er nicht falle! sondern: daßdu nicht auch versuchet werdest, nennet eines andern Fallen eineVersuchung. Als wollte er sprechen: Wenn du sielest, so wollteich sprechen, daß dein Fall wäre mehr eine Versuchung gewesen,denn ein Laster. Eben mit der Sanstmüthigkeit entschuldige duauch deines Bruders Straucheln und Fallen, als oft du ihn fal-len siehest, und verfolge nicht mit greulicher Scheltung und Ur-theil deinen Bruder, so er gestrauchelt hat. Da siehest du, daßdie Worte des Apostels nicht allein lehren, sondern auch ein Exem-pel geben.

2. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christierfüllen.

Da beschleußt nun Paulus mit einem hübschen Spruch diebeyden Lehren. Es sind etliche, sagt er, zweifelhastig, die keinenUnterschied mögen haben unter dem Gesetz Gottes und Gesetz derManschen; die muß man dulden, und sich hüten, daß man ihnen