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werden, gegen welchen ihr die Dienstbarkeit der Liebe möget übenund vollbringen. Derohalben, sö wir im Geiste leben, so laßtuns auch im Geist wandeln, das ist, laßt uns verharren und fort-fahren. Welches denn geschiehet, wo wir uns nicht lassen durchdie Schwachheit der Schwachgläubigen versuchen zu ihrem Ver-druß und Verachtung, und zu unserem eigenen Wohlgefallen.Denn das heißt, vom Geist abwendig werden, wenn wir an unsselbst einen Gefallen haben, und nicht andern Leuten durch dieLiebe dienen.
Paulus brauchet gar füglich des Worts, deß er auch oben(5, 16.) gebrauchet hat, nemlich einhertretcn, wandeln. Und dasdarum, daß sich die Galater nicht sollten wenden, noch zu derrechten, noch zu der lincken Seiten, sondern ordentlich hereintre-ten und in dem angehebten Geist wandeln. Denn dieweil schwacheund starcke Christen vermischt seyn, so entstehet im Volck einzwiefach Aergerniß; eines von der lincken Seite, nemlich derSchwachen, das andere auf der rechten, der Starcken, welcheder Apostel will in der Mitte behalten und die Aergernisse ver-hüten.
Die Aergernisse der Schwachen ist das, wenn die Dinge ge-schehen, die die Schwachen nicht vernehmen mögen, und mögendie böse Gestalt nicht abscheiden und erkennen, von welchen Pau-lus viel redet, Röm. 14, 1. Nimm deß ein Exempel. Wenn dieSchwachglaubigen sahen, daß die andern allerley Speise brauch-ten, die in dem Gesetz verboten waren als unreine Speisen, undunterstunden sich nicht, aus Zwang ihrer Gewissen, mit zu essen,dursten auch nicht anderer Leute Exempel schelten. Alda wardPaulus mit den Jüden ein Jude, mit den Schwachen schwach,daß er ihnen also dienete durch die Liebe, bis sie auch rechten Un-terricht krigten, und gestärcket waren in Christo. Also sagt er,Röm. 14, 15- So dein Bruder über der Speise betrübt wird,so wandelst du schon nicht nach der Liebe. Also ist zu handelnvon allen andern Ceremoniis der Tage, Feste, Kleidern und der-gleichen.
Die andere Aergerniß ist der Hoffartigen, die auch geärgertwerden an den Schwachen, daß sie ungeduldig werden und un-leidlich, ihrer Langsamkeit und Grobheit halben. Also, ohne allesAufmercken und Ansehen der Schwachen, brauchten sie fast sehrder Freyheit Christi wider das Gesetz, daß sie das mit der Aerger-niß der Schwachen vollbrachten, so sie doch vielmehr das aantzeGesetz sollten gehalten haben; denn also wandelt man im Geist.