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9 (1828)
Entstehung
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235
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- ich

Capitel 5. 235

neu finden etliche gute Wirckungen, die da sind ohne alles Lasteroder Sünde, die uneigentlich Sünden genannt werden, und se-tzen ihre schale und tolle Opinion und Wahn dem öffentlichenText Pauli entgegen. Ihr thut nicht, spricht Paulus, was ihrwollt, von wegen des Fleisches Widerstrebung, das dem Gesetzwiderstreitet euers Gemüths und eurem geistlichen Willen.

Der Apostel hat nicht achtung alhier auf die obere Distinc-tion, unter dem Thun und Vollbringen. Denn er setzet nichtthun, für nicht vollbringen. Er halt sie auch nicht Rom. 7, 19.,da er spricht: Das Gute, das ich will, das thue ich nicht, dasist, ich vollbringe es nicht; aber das Böse, das ich hasse, das thueich. Da behalt er aber die Distinclion. Denn er thut böse; aberer vollbringet es nicht. Wem aber die Distinction Augustini nichtgefallt, der bedencke es anders; doch daß er diesen Verstand lassebleiben, nemlich, daß in uns sey ein Streit des Geistes und desFleisches, durch welchen wir verhindert, nicht vollbringen voll-kömmlich das Gesetz, und derhalben wir Sünder müssen seyn, solange wir in dem Fleisch seyn, und daß wir in allen guten Wer-cken nothdürftig seyn der Barmhertzigkeit Gottes, die uns verziehedas Böse, und sprechen: O Herr, gehe nicht ins Gericht mit dei-nem Knechte, denn vor dir wird niemand gerecht erfunden.

18. Fahret ihr aber im Geist, so seyd ihr nickt unter dem Gesetz.

Ich habe gesagt, spricht er, daß ihr im Geiste wandeln soll-tet, und den Lüsten des Geistes nachfolgen, in dem, daß ihr wi-derstrebet den Lüsten des Fleisches, und daß ihr euch unter ein-ander nicht beissen und fressen solltet, sondern dienet zugleich inder Liebe unter einander, welche ist die Erfüllung des Gesetzes,Röm. 13, 10.

Denn so ihr das thun werdet, und also durch den Geist ge-leitet und geführet werden, und werdet den Lüsten des Geistesgehorchen: siehe so seyd ihr nicht unter dem Gesetz; ihr seyd auchdem Gesetz nichts schuldig, sondern erfüllet das Gesetz. Warumhabt ihr denn wiederum euch kehren wollen zu dem Gesetz? Oder,warum unterwindet ihr euch, daß ihr wollt durch einen andernWeg das Gesetz erfüllen?

Ich habe oben genugsam gesagt, daß unter dem Gesetz seyn,nichts anders sey, denn das Gesetz nicht erfüllen, oder doch knech-tischer Weise, ohne Lust und Freude dasselbige erfüllen. Aber diesefröhliche Neigung zu dem Gesetz gibt weder das Gesetz selbst,noch die Natur; sondern der Glaube erlanget dieselbe durch Chri-stum Jesum. Und das geführet werden vom Geiste, das Gehör-