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9 (1828)
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224
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224 Capitel 5.

nigen Verdammniß. Denn die, so in Christo sind, tragen ihreBürde nicht, sondern, wie Esaias 53, 5, 6, sagt: Christus hatunsere Schmertzen und Kranckheit getragen, und der Herr hatauf ihn gelegt alle unsere Sünde. Es ist keiner unter uns, dem ?seine Sünden nicht waren untrüglich, und wird doch bezwungen,daß ers tragen muß, als im Psalm 38, 5: Denn meine Sün-den haben übergangen mein Haupt, und sind über mich beschwe-ret worden, wie eine schwere Bürde.

So ist nun das sehr erschrecklich, so Paulus alda saget: erwird sein Urtheil tragen. Item siehe auch zu, mit was Unge-stüm und Uebcrmuth Paulus denenjenigen die ansehnliche Per-son abzeucht, da er spricht: Er sey, wer er wolle, ich achte seinnichts; er sey ein Apostel, oder ein Jünger der Apostel, es giltda die Person nichts. Wir sehen, daß Paulus so fast das An-sehen der Person verachtet und daß so grosses Uebel unter den Lar-ven der Person wird vollbracht; dennoch wollten wir nicht klugwerden, auch uns nicht weisen lassen, ja, wir haben eine Lustdaran, daß wir mit sichtlichen Augen betrogen werden unter demTitel der Heiligkeit, Gewalt, Freyheit und Privilegien, und der-gleichen mit unzahligen, schandlichen, unnützen Dingen.

11. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch

predige, warum leide ich denn Verfolgung?

Also hat er gesagt oben, im ersten Capitel 10: Oder ge-dencke ich, den Menschen gefallig zu seyn? Wenn ich den Men-schen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht. Mitwelchen Worten er eben das zu verstehen gibt, nemlich, daß ervon wegen des Evangelii Christi, dadurch die Beschneidung wirdaufgehaben, habe von den Jüden Verfolgung gelitten, wie dennin der Apostelgeschichte und vielen anden Episteln geschrieben ist.So saget er nun: Lernet auch aus dieser Anzeigung, daß dieBeschneidung nichts ist, daß ich selbst, wie ich euch denn schreibe,also auch thue, daß ich auch Verfolgung derhalben leiden muß,welche ich nicht litte, wenn ich mit ihnen übereinkäme und dieBeschneidung lehrete.

So hätte die Aergerniß des Creutzes aufgehöret.

Wenn die Veschneidung wird gepredigt, so sind die Jüdenzufrieden, und also höret auf ihr Aergerniß.

12. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch

verstörcn.

Wie wir aus dem vorigen gelernet, daß auch die Heiligenvorzeiten gepfleget haben zu fluchen, und Christus den Feigen-