Capitel Z.
bäum verflucht hatte, oder, obs ja für klein würde angesehen, sobat je Heliseus die Kinder Bethel in dem Namen des Herrn ver-fluchet (und Paulus hat den Hurer, t. Cor. 5, 5, dem Teufelgegeben; und eben in derselbigen Epistel, 16, 22, spricht er auch:So jemand den Herrn Jesum Christ nicht lieb hat, der ist ana-thema maharam motha; das ist, wer Christum nicht lieb hat,der ist verbannet zum Tode. Und diesen Fluch zeiget Burgensisan für den allergreulichsten bey den Jüden, da die unsern Mara-nata, der Herr kommet, verstehen, nicht ohne grossen Irrthum):so ist nun kein Wunder, so Paulus da auch fluchet und verma-ledeyet das äusserliche Uebel der Menschen, durch welches er sahe,daß das Gute und Nutzbarkeit des Geistes verhindert ward.13. Ihr aber, lieben Brüder, seyd zur Freyheit beruffen; alleinsehet zu, daß ihr durch die Freyheit dem Fleische nicht Raumgebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern.
Ihr seyd (spricht er) beruffen worden zur Freyheit, das ist,von der Dienstdarkcit des Gesetzes in die Freyheit der Gnaden.Von welcher die so oft straucheln, werde ich bezwungen, so oftdavon zu reden, als oft es die Noth erfordert. Das Gesetz, sageich, machet Knechte, und wird aus Furcht der Dräuung und ausLiebe der Verheißung von ihnen erfüllet, und nicht umsonst, ohnealles Gesuch, und also wird es nicht erfüllet. Wenn es abernicht erfüllet ist, so halt es Schuldiger und Knechte der Sünden.Der Glaube aber machet, daß wir, nachdem wir die Liebe em-pfangen haben, ohne allen Zwang, durch keine Neitzung desLohns, frey und beständigste!) das Gesetz erfüllen.
Das Stücklein aber: allein sehet zu, daß ihr die Freyheitnicht lasset einen Raum seyn dem Fleisch, setzet Paulus darumhinzu, damit wir nicht nach dem närrischen Wahn das für dieFreyheit achten, durch welche einem jeden, wie es ihm gelüste,also auch gezieme und frey zu thun sey. Wie denn Paulus auchzu den Rom. 6, 14, solchen Schwärmern entgegen kommet, daer eben die Freyheit lehret und spricht: Ihr seyd nicht unter demGesetz, sondern unter der Gnade; allda wird die Freyheit frey er-halten von dem Gesetz. Aber bald wirft er ihm selbst einen Ge-genwurf für, da er spricht, 15: Wie denn? Sollen wir sün-digen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter derGnade sind? Das sey ferne von uns. Das ist eben, das Pau-lus da saget, daß nicht die Freyheit ein Raum und Ursache werdedem Fleisch, wenn die Freyheit also würde genommen fleischlich.So sind wir nicht frey von dem Gesetz, nach menschlicher Weise,lX. 15