218 Capitel 5.
Gnaden, durch welche er gerecht war worden, und ist also gefüh-ret worden aus einem fruchtbaren Lande in ein unfruchtbares.
Also siehest du, wie beständig und vest Paulus streitet, undwill, daß wir allein durch den Glauben gerecht werden, und daßdie Wercke nicht seyn ein Anfang, dadurch man die Gerechtigkeiterlanget, sondern, daß sie seyn ein Amt der jetzt schon erlangten,und eine Dienstbarkeit der Gerechtigkeit, die immer zu mehren ist.
Wer denn nun wieder auf das Gesetz aeführet wird, so lebetderselbiqe jetzt in ibm selbst, treibet und übet auch sein Werck,sein Leben, sein Wort, das ist, er sündiget, und erfüllet dochdas Gesetz nicht, und ist gantz ab von Christo; Christus wohnetnicht in ihm, er brauchet sein auch nicht. Und er feyert eben denallerbösesten und schändlichsten Sabbath, ohne alle Wercke desHerrn, so er doch soll gefeyert haben von seinen Wercken, undgantz müssig seyn gestanden, auf daß die Wercke des Herrn inihm vollbracht würden. Welches denn durch den Sabbath vor-zeiten ist gesiguriret worden. Aus dem folget, daß, wer in Chri-stum glaubet, von ihm selbst ab ist und wird müssig von seinenWercken, auf daß Christus in ihm lebe und wircke; welcher abersuchet, durch das Gesetz die Gerechtigkeit zu erlangen, der wirdbey Christo eitel und leer schabab, ivird auch müssig von allenWercken Gottes, daß er also lebet und wircket in ihm selbst, dasist, daß er verderbe und verloren werde.
5. Wir aber warten im Geist der Hoffnung, daß wir durchden Glauben gerecht sind.
Das ist so viel geredet: Wir aber warten der Hoffnung derGerechtigkeit durch den Geist, der aus dem Glauben ist; oder:Darum, daß wir glauben, warten wir nicht fleischlich, sonderngeistlich der Hoffnung ec. Diejenigen aber, so nicht glauben, sinddes Geistes gantz leer; darum sind sie ihrer eigenen Wercke hal-ben fleischliche und natürliche Menschen.
Ich habe auch vormals gesagt, daß der Mensch ohne dieGnade das Gesetz nicht möge vollbringen, es sey denn, daß es ge-geschehe, entweder aus Furcht der Strafe, oder Hoffnung desverheissenen Lohns. Aber also geschehen die beyde fleischlich undknechtisch oder taglönerisch. Derohalbcn wird daselbst nicht imGeist gewartet der Hoffnung, sondern es wird fleischlicher Em-psindniß nach begehret das Ding und versprochene Gut, welcheswir brauchen und gemessen wollen, sintemal sie nichts Gutes zuwircken beweget werden aus der Liebe der Gerechtigkeit, sondernaus Nutz und Verheissung der Belohnung.