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9 (1828)
Entstehung
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217
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Capitel 5.

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oder rein sey, es geschehe denn aus dem Hertzen, das zuvor durchden Glauben gereiniget ist. Denn ohne Glauben ist kein Hertzrein, ohne Hertzensreinigkeit ist kein Werck recht und gut; also auchdie Beschneidung, oder irgend ein anders Werck thut dem Gesetzein Genügen, ausgenommen äusserlich und heuchlisch. Sintemaldas Werck, wie gesagt, allein gut ist, welches kommet aus einemguten und reinen Hertzen. Ein gut Hertz aber wird allein geborenaus der Gnade; die Gnade aber kommet nicht aus den Wcrcken,sondern aus dem Glauben in Christum.

Also wäre die Beschneidung Abraha gar nichts gewesen, wenner nicht zuvor hatte geglaubet, durch welchen Glauben er vonGott rechtfertig geachtet, hat er alsdenn ein gut Werck gethan,da er sich ließ beschneiden. Und eben das ist, das Paulus sagt,Rom. 2, 25: Die Beschneidung ist wol nütze, wenn du das Ge-setz haltest; haltest du aber das Gesetz nicht, so ist deine Beschnei-dung schon eine Vorhaut worden. Was ist das anders gesagt,denn, daß der, so beschnitten ist, ist nicht beschnitten, und, derdas Gesetz halt, halt das Gesetz nicht? Ursach ist die, er haltdas Gesetz nicht mit seinem grössern und besten Theil, das ist mitdem Hertzen, sondern allein in dem Fleisch. Also saget auch Ja-cobus 2, 10: Der in einem strauchelt, der ist schon in allenschuldig. Denn der im Glauben eines erfüllet, der hat sie alleerfüllet. Dieweil der Glaube ist eine Erfüllung aller Gebote undGesetze von Christi wegen, durch welchen dem Gesetz ein voll Ge-nügen ist geschehen. Wenn du aber in einem des Glaubensmangelst, so hast du jetzt in keinem den Glauben. So sagt nunPaulus recht, daß, wer sich beschneidet ausserhalb des Glaubens,ohne die innwendige Beschneidung, der beschneidet sich nicht; jaer vollbringet auch kein ander Werck irgend eines Gesetzes; son-dern ist noch ein Schuldiger des gantzen Gesetzes,

4. Ihr habt Christum verloren, die ihr durchs Gesetz gerechtwerden wollt, und seyd von der Gnade gefallen.

Da siehest du, was ich gesagt habe, daß der Apostel nichtverwirft das Werck der Beschneidung, sondern das Vertrauenund Zuversicht der Gerechtigkeit darinnen; die ihr suchet, durchsGesetz rechtfertig zu werden, spricht er. Es ist eine Sünde derGottlosen, daß ihr suchet durchs Gesetz gerecht werden. DieWercke des Gesetzes mögen wol geschehen von den Gerechten; aberkein Gottloser mag dadurch gerecht werden. Nachmals, wennauch ein Gerechter sich unterstünde, und wollte darinnen gerechtwerden, so verlieret er vielmehr die Gerechtigkeit, und fehlet der