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einem jeden ic. 3. Beschnitten werden ist nicht böse, sondern,die Gerechtigkeit (denn von deßwegen ließen sie sich beschneiden,)in der Beschneidung suchen, das ist eine gottlose Sünde. Es istauch in den ceremonialischcn Wercken leichter zu erkennen diefalsche Zuversicht und Trauen der Gerechtigkeit, denn in densittlichen Wercken der Zehen Gebote; denn es ist die Gerechtig-keit auch in dem nicht zu suchen, sondern in dem Glauben inChristum.
So folget nun weiter, daß das Wort, beschnitten werden,nicht also fast ausdrücket das aufserliche Werck der Beschneidung,als die innwendige Begierde des Hertzens; denn der Apostel redetim Geist von dem innerlichen Gewissen. Das ausserliche Werckist ohne Unterscheid, man mags thun oder lassen; aber der gantzeUnterscheid liegt in dem Wahn, in dem Hertzen, Vornehmenund Meynung. Darum, wenn die Wercke des Gesetzes gesche-hen mit dem Gewissen, als müssen sie aus Noth geschehen, daßman dadurch gerecht und fromm werde.- so gehet man alsbald inden Rath der Gottlosen, und stehet in dem Wege der Sünder.Und wer das lernet, der sitzet auf dem Stuhl der Verspötter undBetrüger, Psalm. 1, 1. Wenn sie aber geschehen aus Wohl-meynung der Liebe und aus Freyheit und Vertrauen der schonerlangten Gerechtigkeit durch den Glauben, so sind sie Verdienst.
3. Ich zeuge abermal einem jedermann, der sich beschneidenlaßt, daß er noch das gantze Gesetz schuldig ist zu thun.
Der erste Schaden oder Uebel ist, das euch billig schreckensoll, daß euch Christus kein nütze ist. Das ist nichts anders,denn daß das Gesetz von euch nicht erfüllet ist. So ist nun dasandere Uebel, daß noch die untrügliche Bürde des Gesetzes aufeuch lieget und ihr Schuldiger seyd des gantzen Gesetzes zu thun.Und fürwahr, diese beyde Schaden sind nicht klein, daß ihr man-geln sollet eines so grossen Guts, das in Christo ist, und miteinem so grossen Uebel beschweret müßtet seyn, welches aus demGesetz ist.
Aber lieber, wie wird die Logik Pauli bestehen, oder wiekann er diesen Beschluß wohl einführen.- So du wirst beschnit-ten, so bist du das gantze Gesetz schuldig zu thun? Habe ich dochgemeynet, daß der, so beschnitten wird, allein das Gesetz der Be-schneidung halte? Jeremias 9, 26, antwortet also: daß alle Hey-den haben die Vorhaut; aber das Haus Israel sey unbeschnittenan seinem Hertzen. Item, so redet auch der Apostel aus seinemArgument, daß kein Werck irgend eines Gesetzes wahr und gut