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9 (1828)
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214
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214 Capitel Z.

Die Freyheit der Gerechtigkeit. Die Knechtschaft der

Sünden. Die Knechtschaft der Gerechtigkeit. Die Frey' >

heit der Sünden.

Denn wer frey ist gemacht von der Sünden, der ist einKnecht worden der Gerechtigkeit; welcher aber ein Knecht ist derSünden, der ist frey von der Gerechtigkeit; und herwiederum.Die Dinge alle repetire ich darum, daß durch die Menge der Heu-schrecken und Kefer dahin ist kommen mit den Früchten unsersErdreichs, das niemand jetzt verstehet, weder, was Dienstbarkeitist, weder Freyheit; so gar hat eingerissen die erdichtete Fabel derMenschen von dem freyen Willen. Ja, über das haben sie auchnur einen fleischlichen Verstand von der Freyheit; welchem auchder Apostel, Rom. 6, 12, hat müssen entgegen kommen, ebenals gezieme sich in Christo allerley thun, so doch das eine solcheFreyheit ist, durch die wir frey, ungezwungen, mit fröhlichemMuth und Sinne, ohne Furcht der Strafe und Gesuch des Lohnsdas vollbringen, das in dem Gesetz geschrieben ist.

Dienstbackeit aber ist die, durch welche wir aus knechtischerFurcht, oder kindischer Liebe dasjenige, was das Gesetz fordert,thun. So liegt nun nicht viel daran, es ist auch kein Unterschiedunter dem Knecht der Sünden und unter dem Knecht des Gesetzes,aus der Ursache, daß der, so ein Knecht des Gesetzes ist, immer-zu ein Sünder ist, nimmer das Gesetz erfüllet, denn allein indem Schein der Wercke; welchem wir geben einen zeitlichen Lohn,wie den Söhnen der Magd und Beyschläferin. Das Erbe aberhöret zu dem Sohn der Freyen. Christus, spricht er, hat unsbefrcyet mit der Freyheit. Es ist aber eine geistliche Freyheit undin dem Geist zu halten. Es ist eine Freyheit von dem Gesetz;aber weit auf eine andere Weise, weder es im Menschen pflegtzu seyn.

Denn das ist die menschliche Freyheit, wenn nicht die Men-schen, sondern die Gesetze verwandelt werden; aber die ChristlicheFreyheit ist, wenn nicht die Gesetze, sondern die Menschen ver-wandelt werden, daß eben das vorige Gesetz, welches zum erstendem freyen Willen nicht schmecket, jetzund, nachdem die Liebeausgegossen ist in unsere Hertzen, lieblich und lustig werde. Undin der Freyheit lehret Paulus die Galater vestiglich und ohneAufhören zu stehen, sintemal Christus das Gesetz für uns erfüllet,und die Sünden überwunden, den Geist der Liebe sendet in dieHertzen dererjenigen, so in ihn glauben, durch welchen sie werdengerecht und Liebhaber des Gesetzes; nicht aus ihren eigenen Wer-