Capitel S. 213
spricht Paulus, geschiehet es auch jetzt. Die Söhne des Fleischessind nicht Erben, sondern die Söhne der Verheissung. Derohal-ben, so ihr nicht wolltet verflossen werden mit Jsmacl, dem Sohnder Magd, so bleibet und verharret Söhne der Freyen. DieSchrift wird nicht lügen, welche den Sohn der Magd auch mitUnwillen des Abrahams, aber aus Gewalt und Geheiß Gottes,Heisset hinausstossen.
31. So sind wir nun lieben Brüder, nicht der Magd Kindersondern der Freyen.
Da appliciret er die Historie, und vollendet die gantze Summadieser Lehre mit einem kurtzen Beschluß, welche man jetzt ausdem vorgesagten leichtlich verstehet. Denn seyn ein Kind derMagd, ist nichts anders, denn dem Gesetz dienen, unter dem Ge-setz seyn, dem Gesetz schuldig seyn, ein Sünder seyn, ein Kinddes Zorns seyn, ein Kind des Todes, abgesondert von Christo,abgeschnitten von der Gnade, erblos seyn der ewigen und künfti-gen Erbschaft, leer seyn aller Benedcyung der göttlichen Verheis-sung, seyn ein Kind des Fleisches, seyn ein verdammter Gleisner,seyn ein Taglöhner, und leben in dem knechtischen Geist in allerFurcht, und alles andere, was denn der Apostel da und anders-wo erzehlet von denen, die unter dem Gesetz sind; denn das Uebelhat unzahlig viel Namen. Und obwol unser Uebersetzer am Endedieses Cap. hinzugefüget hat das folgende: So bestehet nun ic.,so wollen wir doch mit denen Griechen hiemit den Anfang zumfolgenden Capitel machen.
Capitel 5.
1. So bestehet nun in der Freyheit, damit uns Christus be-sreyet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knech-tische Joch fangen.
->Hch präge es hier wieder ein, ob es wol möchte eckelhaft schei-nen, daß Freyheit und Knechtschaft dasjenige sey, davon Paulussagt, Rom. 6, 6, 7, da ihr Knechte der Sünden wäret it.; wirwollen es aber also ordnen und abbilden: