Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
212
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212 Capitel 4.

Verheissung durchs Fleisch: also wir auch. Denn wir sind ihmin dem Saamen Abraha verheissen worden; wie denn oben gnugdavon gesagt ist. Die Juden aber sind nach Jsmael, das ist, siesind Kinder der Magd, nicht der Verheissung, sondern des Flei-sches Kinder. Also auch alle, die sich »erhoffen, daß sie wollenaus dem Gesetz und seinen Wercken gerechtfertigt werden.

29. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geborenwar, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war-also gehet es jetzt auch.

Es ist im ersten Buch Mosis 2l. nicht angezeiget, was füreine Verfolgung sey gewesen, durch welche Jsmael hat Jsaac ver-folget. Man kann sie aber wohl mercken aus den Worten Sara,der Mutter, welche, da sie sahe, daß der Sohn der EgyptischmMagd Agar spiclete mit ihrem Sohn Jsaac, sagte sie zu Abra-ham (2l, 9, ic>).- Treib die Magd aus samt ihrem Kinde, dennder Sohn der Magd wird kein Erbe nicht seyn mit meinem SohnJsaac. Als wollte sie haben gesprochen: Ich sehe, daß er sichdas unterwinden will, daß er ein Erbe werde, und meinen Sohnverachtet, und vergessen hat, daß er nur ein Sohn einer Magdist. Es scheinet aber eben, als sey das Spiel gewesen der Kin-der, daß sich Jsmael übernommen hat der ersten Geburt, undalso gesprungen und gefrohlocket, verspottet und verhöhnet denJsaac, als wäre er der erste Sohn Abraha gewesen. Welches,da es die Sara sahe, hat sie das Widertheil gemacht. Es wirdnicht seyn, sagte sie, und gleichsam verachtiglich, ein Sohn derMagd ein Erbe mit meinem Sohn.

39. Aber, was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinausmit ihrem Sohn-, denn der Magd Sohn soll nicht er-ben mit dem Sohn der Freyen.

Sie redet gewaltiglich und gantz wider die falsche Zuversichtder Magd und ihres Sohnes. Sie ist eine Magd, spricht si«,und unterwindet sich, eine Frau zu seyn; und der ist ein Sohnder Magd, und verspottet den Sohn der Frauen, darf ihn auchverhöhnen; aber das soll ferne seyn, sie sollen vielmehr hinausgeflossen werden. Aus dem wird allemal verstanden, daß Agar,die Magd, verwilligt habe, oder doch aufs wenigste dem Sohn,Jsmael, verhenget und nachgelassen, daß er Jsaac sollte verspot-ten, welche eben das Hoffete, das ihr Sohn Jsmael Hoffete, nerv-lich, daß sie würde werden die Frau. Sie sagt auch nicht: Stoß hin-aus deinen Sohn, sondern, ihren Sohn; als wollte sie sagen, daßJsmael nicht Abrahams Sohn, sondern der Magd wäre. Also,