Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
98
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gz Leichenpredigt über. Luc. 7, 1l l6.

dienet dazu, ob wir gleich eben sowohl müssen sterben, als die Un-christen, daß sie uns soll ein Pfand, ein Siegel und Versicherungseyn, daß Christus für uns gestorben, wir seines Todes gemessenund mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Darum, gedenckest duan deine Taufe, so gedencke auch an diese Hoffnung. Weißt du,daß dein guter Freund getaufet, sich seiner Taufe getröstet, undderselbigen sich ungern wollte verziehen haben, so höre auf, ihnzu beklagen und zu beweinen; denn durch sein Absterben ist esdazu kommen, daß er seiner Taufe gemessen und des TodesChristi recht theilhaftig werde. Darum hast du keine Ursache,dich um seinetwillen sehr zu bekümmern, sondern vielmehr zu er-freuen. Zu dem bedencke, wie du dich auch zu dieser seligenHeimfahrt recht schrtkest, in einem rechten Erkenntniß, Glaubenund Bekenntniß Christo deinen Geist befehlest, und gleichsam einVerlangen habest, aus dieser Welt zu scheiden und bey Christozu seyn?c. Gleichwie nun die Taufe zu dieser seligen Hoffnunguns weiset - also auch das Abendmahl unsers lieben Herrn JesuChristi. Der.n daselbst hören wir nicht allein diesen grossen Trost,daß der Leib Jesu Christi für uns gegeben, und sein Blut zurVergebung unserer Sünden vergossen sey, welches doch je solltegenug seyn, uns wider die Sünde und den ewigen Tod zu trö-sten, sondern eben solch Opffer für unsere Sünde, nemlich derLeib und Blut Jesu Christi, wird uns, durch Kraft seines heili-gen Wortes, im Brode und Wein zu einer Speise und Tranckin unsern Mund geleget, auf daß, wie auch die heiligen Vaterdavon geredet, unsere sterbliche Leiber hier auf Erden durch eineunsterbliche Speise zum ewigen Leben ernähret werden. Derhal-ben es bey den Christen in Brauch gekommen, daß krancke Leutemit solcher lebendigen und ewigen Speise und Tranck sich lassenbewahren, auf daß sie die Hoffnung des künftigen Lebens destogewisser mögen fassen. Es dienet aber solches Essen und Trin-cken dazu, daß wir in dieser Hoffnung gewiß werden, daß wir inEwigkeil leben, und im Tode nicht bleiben sollen, sintemal unserLeib auch hier auf Erden nicht allein mit vergänglichem Brod,sondern mit dem Leib und Blut Christi gespeiset worden. Sodu nun weißt, daß dein guter Freund in solchem Fall sich als einChrist gehalten, solche ewige gnadenreiche Speise nicht verachtet,die gesucht und der genossen hat: so sey nun für seine Personzufrieden, er wird im Tode nicht bleiben. Christus wird ihn,wie Paulus sagt, t. Thess. 4, l4, mit sich führen am JüngstenTage und ikm dir, eben wie der Wittfrauen hie ihren Sohn,