Predigt am sechszehnten Sonntage nach Trinitatis, 47
Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werbet um meinerTrübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eineEhre sind.
Hiemit tröstet er seine lieben Christen, zu Epheso bekehret,nachdem er zu Rom gefangen war von dem Kayser, und ver-mahnet sie, vest zu halten über der Lehre, die sie von ihm geler-net, und nicht deß erschrecken, oder sich abwendig machen lassensolch Ansehen und Rede- Siehe, dieser Paulns hat euch gepre-digt!, und groß Ding fürgegeben, wie er von Christo selbst ge-sandt, und mehr gethan, denn alle andere Apostel; und ihr habtso viel von ihm gerühmet und auf ihn gehalten, der mußte esallein gar seyn, und gelten. Wo ist er nun? Was kann er euchhelfen? Da liegt er zu Rom, und ist nicht allein von den Ju-den zum Tode verdammt, sondern in des greulichsten Wüterichs,Neronis, des Kaysers, Handen. Haben wir nicht lange gesagt,es würde so ein Ende mit ihm nehmen? Ich meyne, der Ruhmsey ihm nun geleget, den er wider jedermann geführet.
Derhalben beuge ich meine Knie gegen dem Vater un-sers Herrn Jesu Christi, der ic.
Das ist eine ernstliche Bitte und Wunsch, weil er sie übersein Leiden getröstet hat, daß ihnen Gott auch Kraft und Starckewolle geben, daß sie bey dem Evangelio bleiben mit ernstemGlauben, nicht darob weichen oder müde werden, ob sie Anfech-tung und Trübsal müssen leiden, sondern dieselben alle bestandig-lich überwinden mögen; denn es ist hie nicht genug, allein an-sahen, und das Evangelium hören, oder auch predigen, sondernes muß auch die Kraft folgen, daß der Glaube bestandig bleibe,und sich erzeige im Streit und Anfechtung; sintemal das ReichGottes nicht in Worten sondern in der Kraft stehet, wie St.Paulus 1 Cor. 4, 20, sagt.
Was ist nun diß für ein Gebet, das St. Paulus hie thut?Eben das wir auch im Vater Unser beten, sonderlich in der er-sten, andern und dritten Bitte; die fasset er kurtz in einen Hau-fen, mit andern Worten, meynet doch eben dasselbe, daß GottesName und Wort bey uns geheiliget werde, des Teufels Reichuntergehe mit aller Bosheit, und was wider Gottes Wort undWillen ist; spricht also:
Daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seinerHerrlichkeit, starck zu werden an dem inwendigenMenschen.
Was soll er aber geben, darum St. Paulus bittet? Daß