Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
46
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4V Predigt am sechszehnten Sonntage nach Trinitatis.

ausstossen. Darum nennet er klar etliche Wercke des Fleisches,welche offenbar und wohl zu kennen, daß sie nicht vom Geistsind, und schleußt stracks, daß, welche dieselben vollbringen undthun, die sind nicht in dem Stande, Gottes Reich zu erben, undhaben den Heiligen Geist und Glauben verloren. Er zeiget aberauch, woher die Christen solche Kraft haben, daß sie des FleischesLüsten können widerstehen: nemlich, daß sie haben den Geist em-pfangen durch den Glauben, und wissen, daß sie einen gnädigenGott haben; daher ihr Hertz Lust und Liebe gewinnet, Gott ge-horsam zu seyn, und sich für Sünden zu hüten; darum wider-stehen sie, und folgen nicht des Fleisches Lüsten, auf daß sie nichtwieder Gott erzürnen: und ob sie in solchem Streit noch Schwach-heit fühlen; so könne sie doch das Gesetze nicht verdammen, weilsie durch den Glauben in Christo sind und bleiben.

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Predigt am sechszehmen Sonntage nach Trinitatis.

Ephes. 3, 13 — 21.

iLin Trost, Vermahnung und Geber.

^Vanct Paulus hat bis hierher gepreiset in dieser Epistel dasPredigtamt, welches im Neuen Testament das Evangelium ver-kündiget, und mit hohen tresslichen Worten eingeführet, wasNutz, Kraft und Weisheit, Summa, wie viel Gutes dafselbigeAmt bringe; daß Gott uns dadurch überschüttet mit allerleyWeisheit, Starcke und Gütern, so er hat und vermag im Him-mel und Erden. Denn das Evangelium verkündiget uns dasLeben vom Tode, Gerechtigkeit von der Sünde, Erlösung vonder Hölle und allem Uebel, und bringet vom Reich der Finsternißzum Reich Gottes. Welches alles so groß ist, daß es St. Pau-lus nicht trauet mit Worten zu erlangen, und so hoch davon re-det, daß nicht höher davon kann geredet werden.

In diesem Stück zeiget er nun, wie sorgfaltig er sey, daßsie dieselbige Predigt des Evangelii, so sie von ihm empfangen,auch behalten mögen, und sich nicht davon reisten lassen; brau-chet dazu zweyecley Weise: Erstlich trösten und vermahnen; dar-nach auch, beten und wünschen.

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