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9 (1828)
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Predigt am vierzehnten Sonntage nach Trinitatis.

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worden, von fremder Herrschafft erlöset und in ihr Land gebrachtsind, daß sie müssen auch ein eigen äusserlich Regiment haben.Nicht, daß sie dadurch erst sollten Vergebung der Sünden undGottes Segen erlangen.

Das ist die Summa des ersten Stücks in dieser Epistel,daß St. Paulus will lehren wohl unterscheiden in dieser Sache,so man lehren soll, wie man vor Gott gerecht werde, die zweyer-ley Stück, Verheissung und Gesetz; item, Gabe oder Geschenck,und Verdienst oder Lohn. Wo man nun solches lehret, daß Gottaus lauter Gnade, um kein Gesetz und Verdienst, Vergebung derSünde und ewiges Leben schencket, so fallet bald die Frage ein-Wozu ist denn das Gesetz gegeben, oder nütze? Soll man dennkeine gute Wercke thun? Warum lehret man denn die Zehn Ge-bot? Darum kommt nun St. Paulus auch darauf, daß er selbstsobald die Frage herführet: Wozu soll denn das Gesetz? Undalso ansähet weiter nach der Länge zu handeln, was des GesetzesAmt und Gebrauch sey, und zeiget den Unterscheid desselben, unddes Evangelii. Davon anderswo, auch in andern Postillen reich-lich genug gesaget ist.

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Predigt am vierzehnten Sonntage nach Trinitatis.Galat. 5, 16 — 24.

.^iese Epistel ist reichlich gehandelt in der gantzen Auslegung.Sie vermahnet zu guten Wcrcken oder Früchten des Glaubens,die, so nun den Heil. Geist durch den Glauben haben; und trei-bet solches also, daß man sehe, daß nicht die Meynung ist dieserLehre gute Wercke verbieten, oder böse erlauben, und nicht stra-fen, oder das Gesetz nicht mehr zu predigen; sondern zeiget klar,daß Gott will ernstlich haben, daß die Christen des Fleisches Lüstestieben und meiden, so sie wollen im Geist bleiben. Also, daßnicht bey einander stehen können die zwev, Geist und Glaubenhaben und behalten, und doch des Fleisches Lüste vollbringen-denn die zwey (spricht er,) sind wider einander, und ist zwi-schen ihnen ein heftiger Streit, daß keines neben dem andern sichndet, sondern eins muß die Oberhand behalten und das andere