Predigt am dreyzehnten Sonntage nach Trinitatis.
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auf die zwey Stücke: Nemlich, Gottes Verheissung, und lauterGnade oder Geschenk, zuwider dem Ruhm des Gesetzes und eige-nes Verdiensts. Zum ersten, führet er herzu einen Spruch, vondem Recht und Kraft, so ein jedes Testament haben soll, oderVerheissung des letzten Willens zc. Wie es denn auch GottesOrdnung ist aus dem vierten Gebot, daß der Eltern letzter Willesoll gehalten werden von den Kindern und Erben.
Davon spricht er nun: Halt mans doch in Menschen Testa-ment also, wenn es bestätiget wird (das geschieht durch des Men-schen Tod,) so darf es niemand andern, noch dazu oder davonthun. Wie denn die Juristen sagen, daß es auch ein göttlichGesetz ist, daß niemand des Menschen letzten Willen soll brechen;wie vielmehr soll denn Gottes Testament gemachet, welches sollsein endlicher letzter Wille seyn, daß er wolle segnen alle Völcker,durch den Samen, den er am ersten den Vätern verheissen; dashat er beschlossen und zugesagt Abraham, und in ihm aller Weltund uns allen; und dazu bestätiget durch den Tod dieses Sa-mens, seines einigen Sohns, der darum hat müssen Menschwerden, und darob sterben (wie solches Abraham in seinem eige-nen Sohn Jsaac zuvor gedeutet, da er zum Tode geopffert ward),auf daß die Erbschaft des Segens und ewigen Lebens uns gege-ben würde ?c. Das ist sein letzter Wille, und will keinen andernmachen; darum kann und soll denselben niemand ändern, oderetwas dazu thun. Das heißt aber dazu gethan, oder denselbengebrochen, und widerruffen; so man jetzt, nun solch Testamenteröffnet, und der Segen angekündiget ist aller Welt, erst will für-geben, daß man dcnselbigen durchs Gesetz müsse verdienen, gleichals sollte es ohne das, Kraft seiner Verheissung und Willens,nicht gelten.
Summa, dieß Testament (schleußt St. Paulus,) ist einelautere Verheissung des Segens und der Kindschast Gottes; dar-um gilt da kein Gesetz, das man thun sollte, den Segen zu ver-dienen; es gilt hier nichts, denn der Wille, der da verheißt undspricht: Ich will nicht ansehen euer Thun, sondern verheisse euchden Segen (das ist, Gnade und ewiges Leben), die ihr in Sün-den und Tod erfunden werdet; das will ich bestätigen durch denTod meines Sohnes, der soll euch solch Erbe verdienen und zu-wege bringen. Weil denn Gott solch Testament erstlich ohne Ge-setz gestifftet, und also bestätiget; so hat das Gesetz, welches langhernach öffentlich gegeben und bestätiget ist, nicht können demsel-ben etwas abbrechen, vielweniger aufheben und widerrufen. Und
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