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Predigt am zwölften Sonntage nach Trinitatis.
uns oder andern rathen und helfen könnten; sondern, daß wiretwas Gutes bey euch schaffen, und in euer Hertz schreiben durchunsere Predigt, das ist Gottes eigen Werck, welcher uns solchesins Hertz und Mund gibt zu reden, und durch den Heiligen Geistauch weiter in euer Hertz drücket; darum können wir uns hievonnichts zuschreiben, noch unsern Ruhm damit suchen, wie die selbst-gelehrten und hoffartigen Geister; sondern müssen allein Gott dieEhre geben, und davon rühmen, daß er durch seine Gnade undKraft in euch, durch das Amt, so er uns gegeben, zur Seligkeitwircket.
Das redet er nun alles darum, daß man in der Kirche nichtssoll predigen oder thun, ohne allein was gewiß Gottes Wort ist;denn es gilt hier nicht, auf Menschen Gutdüncken etwas handeln
oder vornehmen; kein Mensch soll hier nichts vermögen, kein
Gedancken noch Kraft gelten, denn was von Gott selbst hergehet;wie auch St. Petrus in seiner t. Epistel C. 4, 11. sagt: Werda redet, der rede es als Gottes Wort; wer da ein Amt hat, derthue es, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet.
Welcher auch uns tüchtig gemachet hat, das Amt zuführen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens,sondern des Geistes: denn der Buchstabe tödtet, aberder Geist machet lebendig.
St. Paulus brauchet des Worts Buchstaben gleich verächt-lich von dem Gesetz (welches doch auch Gottes Wort ist), gegendem Amt und Predigt des Evangelii; nennet also die Lehre derZehen Gebote, wie man soll Gott gehorsam seyn, Vater undMutter ehren, den Nächsten lieben w- und also auch alle die besteLehre, die da ist in allen Büchern und Schulen oder Predigten w.Denn das Wort Buchstaben heißt er alles, was da gelehret, ge-ordnet, geschrieben wird, also, daß es bleibet Wort oder Schrift,oder auch Gedancken, die man mahlen, schreiben, reden kann,aber nicht ins Hertz geschrieben, oder im Hertzen leben; als daist das gantze Gesetz Mosis oder Zehen Gebote, (welches doch dieHöheste Lehre), sie werde gelesen, gehöret oder gedacht; als, wennich sitze, und dencke an das erste Gebot: Du sollst nicht andereGötter haben, und alsofort das andere, dritte w. das mag ich le-sen, schreiben, reden und trachten mit allen meinen Sinnen; gleichals wenn ich des Kaysers oder des Landsherrn Gebote höre, dasda saget: Das sollst du thun, das sollst du lassen. Das heißt St.Paulus alles den Buchstaben, oder (wie wirs sonst genennet ha-ben,) einen schriftlichen Sinn.
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