Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
35
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Predigt am zwölften Sonntage nach Trinitatis. 35

fahrnes Ohr und Hertz sich nicht darein richten kann; wie sieauch bisher im Pabstthum gar unverstanden gelegen ist, obgleichdie Worte auch gelesen sind.

Ein solch Vertrauen haben wir durch Christum zu Gott;nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber etwas zu den-ken, als von uns selber; sondern, daß wir etwas tügen,ist von Gott.

Er sticht und hauet hicmit um sich auf die falschen Apostelund Prediger; denn er ist mördlich feind solchen Tropfen, die dagroß Ding sagen und fürgeben, das sie doch selbst nicht haben,noch thun oder vermögen, rühmen viel Geistes, und wollen allerWelt rathen und helfen, brüsten sich darauf, daß sie können et-was neues erdencken, und soll nur überköstlich himmlisch Dingseyn, was sie aus ihrem Kopf erträumen; wie unsere Pabsts-und Mönchsträume bisher auch gewesen sind. Das thun wirnicht, (spricht er), wir trauen und bauen nicht auf uns selbst oderunsere Weisheit und Tüchtigkeit, predigen auch nicht, das wirselbst erdacht haben; sondern darauf pochen und trauen wir durchChristum vor Gott, daß wir euch zu einem göttlichen Brief zuge-richtet haben, und in euer Hertz geschrieben, nicht unsere Gedan-cken, sondern Gottes Wort. Damit rühmen wir nicht unser ei-gen Thun und Vermögen; sondern deß, der uns zu solchem Amtgefedert und tüchtig gemacht, von dem ist es alles, was ihr ge-höret und geglaubet habt.

Denn diesen Ruhm soll ein jeder Prediger haben, daß ergewiß sey, und sein Hertz auch in dem Vertrauen stehe, undkönne sagen: Diese Zuversicht und den Muth habe ich zu Gott,in Christo, daß meine Lehre und Predigt ist wahrhaftig GottesWort; also auch, wenn er andere Aemter in der Kirchen führet,ein Kind taufet, einen Sünder absolviret und tröstet, das mußauch in diesem gewissen Vertrauen geschehen, daß es Christi Be-fehl sey.

Nicht sind wir tüchtig (spricht er), von uns selbst etwas zudencken, als von uns selbst. Das redet er alles, wie gesagt, widerdie falschen Geister, die halten sich selbst so trefflich tüchtig, undsonderlich dazu geschaffen und erwählet, daß sie sollen den Leutenhelfen; meynen, was sie sagen und thun, das soll eitel Wunderausrichten.

Sondern daß wir tüchtig sind, das ist von Gott.

Von uns selbst, das ist, aus unserer Weisheit und Kraft,können wirs nicht zuwege bringen, finden noch lehren, damit wir