Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
32
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32 Predigt am zehenten Sonntage nach Trinitatis,

und Geist, und gibt jedem sein eigen Werck, dadurch er sich er-zeiget, daß eine andere Person sey Gottes (des Vaters), von dem,als dem Ursprung und der ersten Person, alle Kräfte herkom-men; eine andere, des Herrn, das ist, Christi, des Sohnes Got-tes, von dem, als dem Haupt der Kirchen, alle Aemter gehen;eine andere, des Geistes, welcher alle Gaben in der Kirchen wir-cket und austheilet; und doch diese drey alle eines göttlichen, all-machtigen, ewigen Wesens, daß sie nach demselbigen alle dreyheissen und wahrhaftig sind Einer, wie denn Gott muß ein un-zertrennlich Wesen seyn. Denn es wird von einer jeden insonder-heit gesagt, was der einigen göttlichen Majestät allein zustehet.Denn, wie der wahrhaftiger Gott ist, von dem alle Kräfte sind,nicht allein was in der Kirche, sondern in allen Ereaturen ge-schieht; also muß auch der Herr, von welchem alle Aemter, be-gleichen auch der Geist, welcher alle Gaben gibt, wahrhaftigerGott seyn. Denn, geistliche Aemter und geistliche Gaben geben,das stehet keiner Creatur zu, vermag es auch niemand, wederGott alleine. Und sind doch die drey, Gott, Herr und Geist, nichtmancherley Götter, sondern einerley göttliches Wesens: der Herrkein andrer Gott, denn Gott der Vater; der Geist auch kein an-drer, denn beyde, Gott und Herr. Aber hievon ist anderswo mehrgesagt.

Was die Gaben sind und heissen, erzählet er hier selbst, als,reden von Weisheit, von Erkenntniß, Weissagung, die Geisterunterscheiden, Sprachen und Auslegung, sonderliche Gaben desGlaubens; item, Wunder zu thun w. Von Weisheit reden,heißt die Lehre, so da lehret Gott erkennen, und zeiget, was seinWille, Rath und Meynung ist, begreifet alle Artickel, wan manglauben soll, wie man vor Gott gerecht wird ?c. Davcn die Weltgar nichts weiß, und ist die fürnehmste und Höheste Gabe desGeistes. Von der Erkenntniß reden, heißt die Lehre, so da sagtvon dem äusserlichen Leben und Wesen der Christen, wie mansich darinn gegen jedermann halten soll, daß man der Lehre rechtbrauche, wie es nach jeder Zeit, Person, noth oder nutz ist, unddarinn klüglich handle, beyde, gegen Schwache und Starcke, Blödeund Halsstarrige?c. Weissagung ist, daß man die Schrift rechtdeuten und auslegen kann, und daraus gewaltiglich die Lehre desGlaubens erweisen und falsche Lehre umstossen: Item, durch die-selbige die Leute vermahnen, dräuen, oder starcken und trösten,mit Anzeigung zukünftiges Zorns, Strafe und Rache über dieUngläubigen und Ungehorsamen; und wiederum, der göttlichen