Predigt am zehenten Sonntage nach Trinitatis. 31
sondern dafür auf andere Dinge leiten und verführen, ja, dierechte Lehre und Glauben Christi verdammen und verfolgen: da-zu, daß sie kein Zeugniß können haben noch die Leute deß gewißmachen, daß sie selbst, oder die, so ihnen folgen, Christo dienen.Von solchen hörest du hier St. Pauli dürren Spruch und Ur-theil, daß sie keinen Heiligen Geist haben, und sind hiemit schonabgesondert von der rechten Kirche und Christen. Darum vermah-net er, sich für solchen zu hüten, und will die Christen alle zu-sammen in einen Glauben bringen, unter einen Herrn und Geist.Und lehret nun, wie man der mancherley Gaben rechtbrauche, insolcher Einigkeit, zu gemeinem Dienst der Kirchen.
Es sind mancherley Gaben, aber es ist ein Geist ?c.
Zuvor, da ihr Heyden wäret, da hattet ihr wol mancherleyGötzendienst, Aemter und Geister; es war aber eitel zertrennetDing, und dazu eitel Irrthum und Blindheit. Jetzt habt ihr da-gegen andere mancherley schöne, göttliche Gaben und Aemter; siehangen aber an einander, gehen und fliesten alle, nicht von mensch-lichem Dünckel und Vermögen, sondern von dem einigen wahr-haftigen Gott, welches Kraft und Werck sie sind. Darum, ob-gleich solche Gaben, Aemter und Kräfte ungleich sind, in einemsonst, im andern so, viel oder wenig, groß oder klein, schwach oderstark; doch soll man darum nicht den Geist, Gott und Glaubentrennen, noch Rotten machen, und diesen oder jenen um seinerGaben willen allein aufwerfen, und die andern verachten: dennsie sind alle zugleich von einem Gott, Herrn und Geist, und wer-den alle aus einerley Ursache gegeben, nemlich die Leute zu demErkenntniß des einigen Gottes zu bringen, und die Kirche in sol-cher Eintracht des Glaubens zu erbauen; darum sollt ihr auchallesamt in demselben eintrachtiglich Gott und der Kirche dienen.Diß ist kürtzlich die Summa des ganzen folgenden Texts.
St. Paulus setzet unterschiedliche drey Stücke: MancherleyGaben, aber ein Geist; mancherley Aemter, und ein Herr; man-cherley Kräfte, und ein Gott. Rühret ohn Zweifel damit den Ar-tickel der Dreyfaltigkeit oder dreyer Personen des göttlichen We-sens, und zeiget, daß beyde, Christus und der Heilige Geist wahr-hastiger Gott, und doch nach den Personen vom Vater, und un-ter einander, unterschieden sind; wie er 1. Corinth. 8, 5. 6. auchsagt: Es sind wol viel Götter, und viel Herren; wir aber habeneinen Gott, von welchem alles, und einen Herrn Jesum Chri-stum, durch welchen alles w.
Aber hier auch unterscheidet er die drey: Einen Gott, Herrn,