30
Predigt am zehenten Sonntage nach Trinitatis.
schelten und verfluchen.- denn so mau sein Wort und Predigtverachtet, und an seine statt andere Dinge auswirfet, dadurch mankönne den Heiligen Geist und ewiges Leben erlangen, oder dasje nicht weniger dazu helfe und noth sey: was ist das anders,denn Christum verschmähet, und vernichtet, ja, (wie die Epistelzun Ebraern 6, 6. und 10, 29. sagt), abermal gecreutziget, unddas Blut des Sohnes Gottes mit Füssen getreten.
Eben das will auch das andere Stück, so St. Paulus sagt:Niemand kann Jesum einen Herrn heissen, ohne durch den Hei-ligen Geist. Jesum einen Herrn nennen, ist, sich für seinen Die-ner bekennen, und allein seine Ehre suchen, als der von ihm ge-sandt, oder sein Wort und Befehl hat. Denn er redet hier für-nehmlich von dem Amt, so von Christo prediget, und seinen Be-fehl bringet; wo solch Amt gehet, und auf Christum weiset, (alsauf den Herrn), das ist gewißlich des Heiligen Geistes Predigt,ob auch gleich der, so solch Amt führet, für seine Person den Hei-ligen Geist nicht hat; denn das Amt ist ohne Mittel des Heili-gen Geistes. Und gilt hier nicht heuckelns und meuchelns, son-dern muß redlich und aufrichtig gehandelt seyn, willst du deß ge-wiß seyn, daß du Christi Prediger oder Apostel seyst, und seinWort führest; das wirst du nicht thun, denn durch den HeiligenGeist.
Desgleichen auch, daß ein jeder Ehrist in seinem Werck oderStande Christum mit Ernst seinen Herrn nenne, das ist, gewiß-lich schliesst, daß er ihm damit diene, das kann auch nicht ohneden Heiligen Geist geschehen. Das versuche, wer da will, nur ei-nen Tag, vom Morgen bis zum Abend, ob er könne gewißlichallezeit sagen, was er thut, daß er darinn Gottes und ChristiDiener sey? Frage dein eigen Hertz, wo du eine Predigt thust,oder hörest, ein Kind taufest, oder bey der Taufe stehest, oder da-heim deines Standes und Berufs Werck thust, ob es solchenGlauben habe, daß es ungezweifelt (nicht aus Heucheley oder Ge-wohnheit), sich könne deß rühmen, und wo es noth wäre, daraufsterben, daß du damit Christo dienest, und ihm daran Gefallenthust (denn das heißt alles Christum einen Herrn heissen)? Denndu wirst gewißlich hier oft fühlen dein Hertz Sarsb zweifeln undzappeln.
Darum scheiden sich über diesem Stück die rechten und fal-schen Christen, Heuchler und Rottengeister, rühmen trefflich vomGeist und göttlichen Amt w. Aber, daß nichts dahinten ist, be-weiset, daß sie nicht bey der Predigt bleiben, so Christum preiset,
Kll ^ . -
^ ... -
"
ßjq!»
litt«,-,