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9 (1828)
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28
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28 Predigt am zehenten Sonntage nach Trinitatis.

weisen Splitterrichtern der Christen, und auch den andern rotti-schen Köpfen, so er sagt: Ihr ginget nach den stummen Götzen,wie ihr geführet wurdet, welche flugs daher urtheilen und tadeln,beyde, die Lehre und Leben der Kirche, weil sie darinn noch sehenetliche Gebrechen, oder auch Spaltung und Ungleichheit; so siedoch darneben auch öffentlich sehen, daß sie haben das reine Got-tes Wort, Erkenntniß Christi, ein grosses Licht und Verstand vonGottes Willen und Gnade, rechten Trost der Gewissen in allenNöthen, dazu offenbarliche Wercke des Heiligen Geistes; davonsolche unzeitige selbst gewachsene Klüglinge selbst gar nichts wüß-ten zu sagen, wo sie es nicht bey dem Häuflein der Christen, dieGottes Wort und des Heiligen Geistes Gaben haben, gesehenund gehöret hatten.

Denn solche ja auch (und wol fürnehmlich) sind solche Leutegewesen, die sich haben bey der Nase lassen führen, wie man siegeweiset hat, und für köstlich gehalten, was man sie gelehret undfürgeprediget hat, wie man Gott dienen solle, und sind nichts an-ders, denn eitel stumme Götzendiener gewesen, die kein GottesWort noch Zeugniß ihres Glaubens oder Thuns gehabt; sondern,wie es ein jeder aus seinem eigenen Kopf erdacht, oder von Men-schen für gut angesehen, also hat er geglaubet und gelebet, undhat keiner auch nichts gewisses noch beständiges lehren können,damit ein Hertz hatte können zufrieden seyn, und darauf gründenund stehen, sondern immer von einem aufs andere gefallen sind,wo jemand etwas neues fürgegeben für Gottesdienst und guteLehre -c.

Solchen todten stummen Gott haben wir, Gott Lob, nicht,(sagt St. Paulus), wollen auch keinen haben; sondern haben ei-nen Gott, der da redet und lebet, gibt uns sein gewisses Wort,und wissen, wie er gegen uns gesinnet, und was wir uns zu ihmversehen sollen: nemlich, daß wir durch den Glauben an Chri-stum Vergebung der Sünden haben, und seine liebe Kinder sind,und deß zum Wahrzeichen haben seine Taufe und Sacrament,Amt und Gaben des Heiligen Geistes, dadurch er in unsermHcrtzen wircket. Item, wir wissen, daß unsere Wercke und Lebenin denselben Glauben Christi ihm gefället, und daß er uns, wowir ihm unsere Noth und Schwachheit klagen, und ihn anruffen,erhören und helfen will.

Darum sollt ihr auch nun dencken, daß ihr in dieser Einig-keit bleibet, und veste darob haltet; denn ihr sollt ja nun mit eu-rem Schaden gewitziget seyn, daß ihr hinfort klug seyd, und euch

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