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9 (1828)
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24 Predigt am neunten Sonntage nach Trinitatis.

set eigentlich Gott versuchen, daß man nicht allein seinem Wortnicht glaubt, sondern dawider sich auflehnet, und nicht will lassenrecht seyn, was er saget, sondern dasselbe meistern durch unsereWeisheit und Gutdünken; und also auf uns selbst wider ihn tro-tzen, wie St. Paulus auch 1. Cor. 10, 22. sagt: Wollen wirdem Herrn trotzen; sind wir starker, denn er? ?c.

Das letzte Stück ist fast dem vorigen gleich, so er Heisset:Murren wider Gott, das ist, aus Unglauben und Zweifeln anGottes Wort öffentlich heraus fahren, wider Gott mit Zorn undUngeduld zurücke prallen, und nicht gehorchen wollen, wo es nichtnach Fleisches und Blutes Willen gehet, und bald sagen: Gottsey ihnen feind, wolle ihnen nicht helfen w. wie sie, die Jüden,oft und schier ohn Unterlaß thaten, daß sie Moses nicht stillenkonnte, und doch allezeit wurden übel darob gestraset und geschla-gen, daß sie billig sollten sich dafür gehütet haben, noch machetensie es immer mehr.

Mit dieser Erzählung will nun St. Paulus alle, die sichChristen und Gottes Volck rühmen, gewarnet haben, (wie wirweiter hören werden), und diß Exempel wohl eingebildet, daß einjeder denke, und in Gottesfurcht bleibe, und sich hüte für Sicher-heit; denn Gott ja mit solchen greulichen Strafen schrecklich gnugaller Welt zeiget, daß er nicht will schertzen noch zu gute halten(wie sich die Welt und Fleisch dünken lasset), daß man unter sei-nem Namen und Ruhm will sein Wort verachten oder meistern,und aus eigener Bermessenheit und Vertrauen eigener Weisheit,Heiligkeit und göttlicher Gaben, eigenem Gutdüncken, Klugheitund Lüsten folgen, und sich falschlich trösten mit solchen Gedan-cken: Ey, Gott zürnet mit dir nicht, der du bist ein solcher treff-licher Mann, so hoch vor andern von ihm herfürgezogen und ge-ehret ic.

Ist nun solch schrecklich, greulich Urtheil und Strafe gegan-gen über die grossen tresslichen Leute: Lieber, so lasset uns nichtstolz und vermessen seyn, (spricht St. Paulus), die wir nochlange nicht jenen gleich sind, und nun fort zu dieser letzten Zeitder Welt in so trefflichen Gaben und grossen herrlichen Wundernnicht gleich werden mögen; sondern lasset uns an jenen spiegeln,und ihr Exempel eine Witzigung seyn, daß wir dencken, so wiruns Christi, der Vergebung der Sünden, und Gottes Gnadenrühmen, daß wir auch zusehen, und dabey bleiben, und nicht wie-der verlieren, was wir empfangen haben, und also in GottesStrafe und Verdammniß fallen: denn wir sind noch nicht gar

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