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Predigt am achten Sonntage nach TrinitatiS.
GotteS treibet, (daß sie nicht dem Fleisch folgen), die sind GottesKinder.
O welch ein groß Ding ist es um einen Menschen, der danicht folget seinen Lüsten, sondern denselben widerstehet mit star-kem Glauben und Leiden. Es heißt ein grosser Adel, Ehre undHerrlichkeit auf Erden, eines mächtigen berühmten Königs oderKaysers Kind seyn; wie viel höher wäre es, wenn sich jemandkönnte wahrhaftig rühmen des Höhesten Engels Sohn? Aber wasist das alles, gegen dem, der da Heisset und ist von Gott selbstgenennet und erwählet ein Sohn und Erbe der hohen göttlichenMajestät; denn solche Kindschaft und Erbe muß freylich einegrosse unaussprechliche Herrlichkeit und Reichthum, Gewalt undEhre bringen, über alles, was im Himmel und Erden ist. DieseEhre (wenn wir auch sonst nichts, denn solchen Namen und Ruhmdavon hätten), sollte uns ja allein bewegen, daß wir diesem sünd-lichcn Leben auf Erden feind würden, und mit allen Kräften da-wider strebeten, sollten wir auch alles darob lassen und leiden,was ein Mensch leiden kann. Aber es gehet ins Menschen Herznicht, und ist zu gar über Sinne und Gedancken, was solcheEhre und Herrlichkeit sey, dazu wir sollen mit Christo erhabenwerden, wie St. Paulus solches in folgenden Text V. 18. wei-ter ausführet, da er spricht: Ich halte es dafür, daß dieser ZeitLeiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenba-ret werden w. Wie wir droben am fünften Sonntage gehörethaben.
Predigt am neunten Sonntage nach Trinitatis.
1 Corinth. 10, 6 — 13.
Sine Vermahnung und Warnung an die Corinrher.
ö^as ist eine sehr ernstliche Vermahnung, und so eine harteSchrift, als St. Paulus sein Lebtage gethan hat, so er dochschreibet an die getaufte Christen, welche je die Kirche Christi sind,und hält ihnen für etliche Exempel, die fürwahr schrecklich sind,
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