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Predigt am achten Sonntage nach TrinitatiS.
Aengsten des Zorns und Verdammniß, und weil es in solchemZweifel stehet, flieht es vor Gott, und kann ihn nicht anrüsten.Aber wiederum, wo der Glaube Christi ist, da wircket der HeiligeGeist im Hertzen, beyde, solchen Trost und gewisse kindliche Zu-versicht, die nicht zweifelt an Gottes gnadigem Willen und Erhö-rung, weil er, beyde, Gnade und Hülse, Trost und Erhörung zu-gesagt hat, nicht auf unsere Würdigkeit, sondern auf Christi, sei-nes Sohns Namen und Verdienst.
Von diesen beyden Wercken des Heiligen Geistes, Trost undAnrüsten, sagt auch der Prophet Zacharias 12, 10. daß Gottwolle eine neue Predigt und Werk im Reich Christi anrichten,da er werde ausschütten den Geist der Gnade und des Gebets:das ist eben derselbige Geist, der uns versichert, daß wir GottesKinder sind, und unser Herz treibet, daß wir zu ihm schreyen mitherzlichem Anrüsten.
Das Ebraische Wort, Abba, welches heißt (wie er selbst deu-tet), lieber Vater, ist das Russen, wie ein junges Kindlein, soder Erbe ist, aus einfältiger, kindlicher Zuversicht mit seinem Va-ter lallet, und ihn rüstet: Ab, Ab; denn es ist das leichteste Wort,so ein Kind kann reden lernen, oder wie die alte Deutsche Spracheauch schier leichter geredet hat: Etha, Etha. Solch einfältig, kind-lich Wort redet auch der Glaube zu Gott durch den HeiligenGeist, aber aus tiefem Herzen, und (wie er hernach sagt), mitunaussprechlichem Seufzen; sonderlich wenn er im Kampf undNöthen ist wider das Zweifeln des Fleisches, und des TeufelsSchrecken und Plagen, daß er sich dagegen wehren muß, und sa-gen: Ach lieber Vater! du bist ja mein lieber Vater, denn duhast ja deinen einigen lieben Sohn für mich gegeben, darum wirstdu ja nicht mir mir zürnen, noch mich verflossen; item: du sie-hest meine Noth und Schwachheit, darum wollest du mir helfenund retten ec. w.
Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir
Gottes Kinder sind.
Daß wir Gottes Kinder sind, und uns gewißlich dafür hal-ten mögen, das haben wir nicht von uns selbst, noch aus demGesetz; sondern es ist des Heiligen Geistes Zeugniß, der widerdas Gesetz und das Fühlen unsrer Unwürdigkeit solches zeuget inunserer Schwachheit, und uns deß gewiß machet. Solch Zeugnißgehet also zu, daß wir die Kraft des Heiligen Geistes, so er durchsWort in uns wirket, auch fühlen und empfinden, und unsere Er-fahrung mit dem Wort oder Predigt übereinstimmet; denn das
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