Predigt am achten Sonntage nach Trimtatis. l5
ten, als sollte dir Gott noch einen Sold darum geben, daß duder Sünde dienest.
Wiederum sagt er- Gottes Gnade ist das ewige Leben.Da siehe, wie er die Worte führet. Hier brauchet er das Wort,Sold, nicht; denn er zuvor gelehret, daß wir das ewige Lebennicht um unsere Wercke, als einen verdienten Lohn, sondern auslauter Gnaden, um Christi willen erlangen, durch den Glauben.Darum heißt er es eine Gabe Gottes in Christo Jesu?e. welche,so der Mensch hat, so hat er schon das Hauptstück, dadurch derSchlangen Kopf gelobtet wird, und nun so reich und selig ist,daß solch Leben ihm niemand nehmen kann; und hat solche Kraft,daß er nun kann die Sünde meiden, und immerdar an seinemFleische todten; welches durch kein Gesetz nach menschlich Vermö-gen kann zuwege gebracht werden; sondern es gehöret dazu derGlaube, dadurch wir in Christo eingeleibet und mit ihm gepflan-tzet werden in den Tod der Sünden, zum ewigen Leben undrechtschaffenen guten Wercken.
Predigt am achten Sonntage nach Trinitatis.Rom. 8, t2 — 17.
Eine predigt von der Rindschaft Sorres.
Welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder.
om Geist Gottes getrieben werden, Heisset, ein solch Hertz krie-gen, das da Gottes Wort gerne höret, und an Christum glaubet,daß er in ihm habe Gnade und Vergebung der Sünde; und sol-chen Glauben bekennet und auch beweiset vor der Welt, suchet vorallen Dingen Gottes Ehre, daß er ohn Aergerniß lebe, und an-dern Leuten diene, gehorsam, geduldig, züchtig, keusch, milde,gutig :c. Und ob er schon etwa übereilet ist und gestrauchelt hat,doch bald wieder aufstehet durch die Busse, und aufhöret zu sün-digen. Denn solches alles lehret und weiset ihn der HeiligeGeist, so er das Wort höret und annimmt, und nicht selbstmuthwillig dem Geist widerstrebet.