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9 (1828)
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14
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Predigt am siebenten Sonntage nach Trinitatis.

habt, da ihr frey wäret von der Gerechtigkeit, und thatet nichts,denn wozu euch die Sünde trieb und reitzete; was habt ihrs ge-nossen, oder daran gewonnen? Nichts, denn daß ihr euch selbstauf diesen Tag deß schämen müsset, und dazu endlich in dem Todehattet müssen bleiben. Die zwo köstliche Früchte und Nutzunghabt ihr, und nichts besseres damit verdienet, weder Schand undTod. Ein köstlicher, billiger Lohn für solchen Dienst, da derMensch will frey seyn von der Gerechtigkeit, und lebet, wie esihm gelüstet, und halt solches für ein fein köstlich Leben; dennes thut Fleisch und Blut sanft, welches meynet wol also unge-straft zu bleiben. Aber es kommen zwo harte Ruthen darauf;die eine Heisset, schämen, daß der Mensch, beyde vor Gott undder Welt muß seine Schande bekennen; gleichwie Adam und Evaim Paradies, nachdem sie wollten von Gottes Gebot frey seyn,und folgten der verbotenen Lust, dazu sie vom Teufel gereitzetwaren, mußten sie darnach ihre Schande fühlen, und sich in ihrHertz schämen, vor Gottes Augen zu stehen. Das andere ist, derewige Tod und höllische Feuer, so sie müssen zu der Schandehaben, darein auch unsere erste Aeltern gefallen waren.

Wäre es nun nicht feiner, von der Sünde und ihremDienst frey, der Gerechtigkeit dienen? da ihr euch nimmermehrdürfet weder schämen noch Schaden haben, sondern zweyerley Nutzund Frommen dafür krigt, daß ihr ein gut fröhlich Gewissenhabt vor Gott und allen Creaturen, und dadurch heilig seyd, dasist, sicher und gewiß, daß ihr Gott dienet, ja sein eigen seyd;und zu dem habt einen reichen, unvergänglichen Lohn, welcherist das ewige Leben.

Denn der Tod ist der Sünden Sold- aber die GabeGottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unsermHerrn.

Das ist wol abentheuerlich geredet, daß man denen, so Bö-ses thun, soll noch Sold geben, als hatten sie recht gehandelt,und sich wohl verdienet. Denn das Wort Sold, bedeutet etwasGutes, so man denen gibt, die sich redlich halten, und ritterlichstreiten. Aber er redet also, eben denen zu Verdruß und zuwi-der, so seine Lehre verkehren, und sagen.- Ha, St. Paulus pre-diget von eitel Gnade, und verheisset auch Sold, denen, die dasündigen. Ja, will er sagen, rühme immerhin, du sollt einenSold kriegen; ich meyne den Tod und höllisch Feuer- den solltdu wissen und gewarten, so du willst das Evangelium dahin deu-

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