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Predigt am siebenten Sonntage nach Trinitatis.Rom. k, 19 — 23.
iLme Vermahnung zum Christlichen Leben.
^ier bringen wir eine höhere Predigt des Evangelii, welche leh-ret erstlich, wie die Sünde in uns getödtet, und begraben werdedurch Christum, also, daß wir nun ein gut Gewissen erlangen,das der Sünde fcind wird und wider sie streitet, und kommennun in einen andern Gehorsam, da wir, von der Sünde erlöset,Gott dienen, und uns befleißigen zu thun, was ihm gefallet, ob-gleich keine Furcht, Strafe, Henker oder Richter wäre.
Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste derUnrcinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der an-dern : also begebet auch nun eure Glieder zu Diensteder Gerechtigkeit, daß sie heilig werden.
Da lehret euch ja die Vernunft, weil ihr nun nicht mehrder Sünde und Ungerechtigkeit Unterthan seyd, daß ihr auch nichtmehr derselben dienen noch gehorsam seyn sollet, mit eurem Leibund Gliedern, das ist, mit dem gantzen leiblichen Leben und We-sen. Und wiederum, weil ihr euch Gott und der Gerechtigkeitzu Gehorsam ergeben habt; so seyd ihr schuldig, derselben mitLeib und Leben zu dienen. Das ist aufs einfaltigste, klar unddeutsch so viel gesagt: Wer zuvor bös gewest ist, und gelebt hatwider Gottes Willen und sein Gewissen, der werde nun fromm,und diene Gott mit gutem Gewissen; oder, wie St. PaulusEphes. 4, 28, sagt: Wer gestohlen hat, der stehle nun nichtmehr.
Zuvor, spricht er, haben eure Glieder, Augen, OhrenMund, Hände, Füsse, und der gantze Leib gedienet zur Unreinigkeit: (also nennet er das Laster, so die Vernunft wohl verstehen kann, welches sind allerley fleischliche Sünden:) dergleichenhabt ihr eure Glieder lassen dienen der Ungerechtigkeit, oder zuallerley unrechtem Leben und Wercken, da ihr eine Ungerechtig-keit über die andere begangen, mit allerley bösen Tücken undStücken, wie sie mögen Namen haben. Das kehretxnun um,nach eurem eigenen Recht und Verstand; wo ihr zuvor gerne
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