Predigt am sechsten Sonntage nach Trinitatis. i l
unsere Sünde und Tod gewürget, darum werden wir auch mitihm der Auferstehung und des Lebens seyn-, also, daß keine Sündenoch Tod, weder an der Seele, noch an dem Leibe mehr seynwird, gleichwie an ihm gar kein Tod mehr ist. Denn Christus,nachdem er einmal gestorben, und nun erwecket ist, stjrbet nunfort nicht mehr, und ist nun nichts mehr, darum er sterbenmüßte. Er hat es alles ausgerichtet, die Sünde getilget, darumer sterben mußte, denn Tod verschlungen; und daß er nun lebet,das ist eine ewige Gerechtigkeit, Leben und Herrschaft. Alsoauch ihr, so ihr einmal durch beyderley Tod, den geistlichen, sobereit der Sünden gestorben, und den sanften Tod des Leibes ge-gangen seyd, so habt ihr vollgethan, daß euch kein Tod nicht wirdmehr rühren, noch über euch herrschen können.
Darum beschleußt auch St. Paulus, und spricht-
Also auch ihr, euch haltet dafür, daß ihr der Sündegestorben seyd, und lebet Gott, in Jesu Christo, un-serm Herrn.
Haltet euch dafür, spricht er, das ist - ihr als Christen, solltsolches an euch auch wissen, und euch also stellen mit alle euremThun und Wesen, als die da schon gar verstorben sind der Sündein Christo, und in dem Tode erfunden werden, auch vor derWelt, daß ihr der Sünde nicht dienet noch folget, als herrschetesie über euch; sondern das Widerspiel beweiset, daß ihr nun lebeteines andern Lebens, das da Heisset - Göttlich leben, beyde, in-nerlich im Glauben, und in ausserlichem Leben, über die Sündeherrschend, bis das Fleisch oder der Leib auch entschlafe, und alsobeyderley Tod an euch vollbracht werde; so wird alsdenn nichtsmehr da seyn, weder eitel Leben, ohne alles Schrecken, Furchtund Herrschast des Todes.
xiMd!»