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9 (1828)
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10 Predigt am sechsten Sonntage nach Trinilatis.

nicht wiederum euch beschuldigen oder verdammen möge; sondernalso leben, als die nun gar von ihr los und frey seyn, und überdie sie kein Recht noch Gewalt mehr hat. Denn es Heisset: Wergestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde.

Siehe, also fasset St. Paulus der Christen Leben und We-sen auf Erden gar in den Tod Christi, und stellet sie dar, als dienun todt und begraben im Sarge liegen, das ist, von dem Lebender Sünden ausgehöret, und nichts damit zu schaffen haben.Und heißt ihnen die Sünde, und wiederum, sie der Sünde ge-storben, weil sie nicht mehr in solchem sündlichen Leben der Welterfunden werden. Ja, sie sind nun zweymal oder zweyfältig ge-storben: einmal, geistlich der Sünde, welches ist ein gnadig, tröst-lich und selig Sterben (wiewol es Fleisch und Blut wehe thut,und sauer wird,) und ein lieblicher süsser Tod; denn er bringetdagegen eitel himmlisch, rein, vollkommen, ewig Leben: Zumandern auch leiblich, welches ist nicht ein Tod, sondern vielmehrein säuberlicher, sanfter Schlaf. Darum seyd ihr, will St. Pau-lus sagen, aus dermaßen selig, daß ihr schon dem Tode, durchsolch Sterben der Sünde in Christo entlaufen seyd, und keinenTod mehr habt: denn der erste, so euch von Adam angeerbctwar durch die Sünde, (das ist, der rechte, bittere ewige Tod,)ist schon von euch genommen, und seyd nunmehr deshalben garohne Tod. Aber doch müßt ihr gleichwol auch noch einen Todhaben, weil ihr noch auf Erden und Menschen seyd von Adamher, sollte es auch nur ein gemahlter Tod seyn.

Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir,daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daßChristus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet;der Tod wird Hinsort über ihn nicht herrschen; denn,daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben,zu einemmal, daß er aber lebet, das lebet er Gott.

Da führet er uns aus dem Tode und Grabe der Sündenzur Auferstehung und Leben, beyde, des Geistes und des Leibes.So wir beyde, geistlich den Sünden, und leiblich der Welt unduns selbst sterben, was haben wir denn davon? Soll es dennmit einem Christen nichts anders seyn, denn gestorben und be-graben? Nein traun, spricht er, sondern deß sind wir gewißdurch den Glauben, daß wir auch leben werden, gleichwie Chri-stus aus dem Tode und Grabe auferstanden ist und lebet: dennwir sind auch mit ihm gestorben; oder wie er zuvor gesagt, mitihm in seinen Tod gepflantzet. Denn er hat durch seinen Tod

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