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9 (1828)
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9
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Predigt am sechsten Sonntage nach Trinitatis. V

dämmt halten, und mit allen Kräften ihr widerstehen, und inuns dampfen und todten.

Es setzet aber unterschiedlich zweyerley Stück, daß er spricht:Unser alter Mensch ist mit Christo gecreutziget; und, auf daß derLeib der Sünden aufhöre, als sey der alte Mensch etwas anders,denn der Leib der Sünde. Den alten Menschen Heisset er nichtallein den Leib, oder die groben sündlichen Wercke, so der Leibbegehet mit den äusserlichen fünf Sinnen; sondern den gantzenBaum mit allen Früchten, das ist, den gantzen Menschen, wieer von Adam geboren ist, mit Leib und Seele, Willen, Ver-nunft und Verstand, der noch im Unglauben, Gottes Verachtungund Ungehorsam ist, beyde, in innwendigen und auswendigenStücken.

Wiederum: Neuer Mensch Heisset der, so nun durch dieBusse sich zu Gott bekehret, und hat nun ein ander Hertz undVerstand, denn zuvor, anders glaubet, und lebet nach GottesWort und Willen durch den Heiligen Geist. Der .muß nun inallen Christen erfunden werden; wie er denn in ihnen ansähetin der Taufe, oder sonst in der Busse und Bekehrung, daß erdem alten Menschen und seinen sündlichen Lüsten durch den Heili-gen Geist widerstehe, und dampfe, wie St. Paulus Gal. S, 24,sagt: Die in Christo sind, die haben ihr Fleisch gecreutziget, mitseinen Lüsten w.

Nun, obwol in denen, die nun neue Menschen sind, deralte Mensch gecreutziget ist, so bleibet doch noch da an ihnen indiesem Leben (spricht St. Paulus,) der Leib der Sünde; dassind die übrigen Lüste von dem alten Menschen, so sich noch imFleisch und Blut regen und gefühlet werden, und gerne wolltendem Geiste widerspenstig seyn. Aber weil da das Haupt und dasLeben der Sünde getödtet wird, so müssen sie den Christen nichtschaden; doch also, daß sie gleichwol derselben nicht Unterthanund gehorsam werden, damit nicht der alte Mensch wieder auf-komme, sondern der neue Mensch die Oberhand bahalte, unddie übrigen sündlichen Lüste auch geschwachet und gedampfet wer-den. Darum dieset Leib auch muß endlich verwesen und zu Aschenwerden, auf daß die Sünde gar darinn aufhöre, und nichtsmehr sey.

Darum, spricht er, so ihr nun bereitem, beyde nach demGeist und neuen Menschen der Sünden gestorben, und dazu auchnach dem Leib dem Tode zugesprochen seyd, müsset ihr euch nichtmehr die Sünde lassen unter ihren Gehorsam bringen, daß sie