Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
8
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Predigt am sechsten Sonntage nach Trinitatis,

wir nun in Christo gepflantzet oder vereiniget, und gleichwie ineinen Kuchen gebacken, daß wir beyde, die Kraft seines Todesund Auferstehung in uns haben, und auch die Frucht und Folgedesselben an uns befunden werde, nachdem wir aus ihn getausetsind.

Es ist auch tröstlich geredet, daß er von dem Tode undSterben der Christen also redet, und Heisset es: Gepflantzet wer-den :c. zu zeigen, daß der Christen Sterben und Leiden auf Er-den nicht ist ein Tod, noch etwas schädliches und verderbliches;sondern eine Pflantzung des Lebens, da wir durch die Aufer-stehung, beyde, von Tod und Sünde gar erlöset, ewiglich lebensollen: denn, was da gepflantzet wird, das wird nicht zum Todeund Verderben gepflantzet, sondern dazu, daß es erst grünen undwachsen soll.

Also ist Christus selbst durch den Tod und Grab auch ge-pflantzet zum Leben; denn er erst alsdenn aus diesem sterblichenLeben und aus der Sünde, die auf ihm lag, und ihn in den Todwarf um unsertwillen, gerissen, nun lebet in der göttlichen Herr-lichkeit und Kraft. Weil aber solche Pflantzung mit ansähet inder Taufe, wie gesagt ist, und wir schon im Glauben haben dasLeben mit Christo; so muß sichs auch beweisen, daß solch Lebenin uns geblieben sey, und nicht ohne Frucht bleibe: denn, wasgepflantzet wird, das wird nicht umsonst und vergeblich, sondernzu etwas Gutes gepflantzet, daß es hinfort aufwachse und Fruchtbringe. Also müssen auch wir solches, daß wir in Christo zumLeben gepflantzet sind, mit neuem Wandel und Früchten beweisen.

Deß setzet nun St. Paulus Ursache, und spricht: Dieweilwir wissen, daß unser alter Mensch mit ihm gecreuziget ist, aufdaß der sündliche Leib aufhöre w. Es reimet sich nicht, daß wirwollten in dem alten sündlichen Wesen bleiben, die wir getaufetund Christen sind. Denn es ist schon dasselbige mit Christo ge-creutziget, das ist, das Urtheil der Verdammniß und Todes dar-über gesprochen und gegangen, denn das Heisset, gecreutziget seyn;gleichwie Christus um unsrer Sünde willen gecreutziget, und dasVerdammniß des Todes und Zornes Gottes getragen hat. Weilaber Christus selbst gecreutziget ist, der doch unschuldig und ohneSünde war, um unsrer Sünde willen; so muß auch die Sündean unserm Leibe gecreutziget werden, das ist, gar verdammetseyn, und aufhören, daß sie kein Leben noch Macht mehr habe;darum müssen wir auch derselbigen gar nicht dienen noch dareinbewilligen, sondern ass verdammt, auch mit der That für ver-

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