Predigt am sechsten Sonntage nach Trinitatis. 7
Ja, spricht er weiter, wir sind nicht allein getaufet in sei-nen Tod, sondern auch mit ihm (durch dieselbige Taufe) begra-ben in dem Tode; denn er durch seinen Tod auch unsere Sündemit sich ins Grab genommen, und gantz begraben, und auchdarin gelassen hat; daß sie nun denen, so durch die Taufe in ihmsind, gantz und gar getilget und begraben seyn, und bleiben soll:wir aber nun eines andern Lebens leben durch seine Aufer-stehung, dadurch wir im Glauben Ueberwindung der Sünde undTodes, ewige Gerechtigkeit und Leben haben.
So wir aber samt ihm gepflantzet werden, zu gleichemTode, so werden wir auch der Auferstekung gleich seyn-,dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihmgecreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daßwir Hinsort der Sünde nicht dienen; den wer gestorbenist, der ist gerechtfertiget von der Sünde.
Dieß ist abermal eine sonderliche Apostolische Rede. Daser jetzt gesagt hat, in Christi Tod getauset, und mit ihm begra-ben seyn?c. das nennet er hier, samt ihm gepflantzet seyn zugleichem Tode. Bindet und zeucht also in einander Christi Todund Auferstehung, und unsere Taufe, daß man sie nicht für einledig, bloß Zeichen halte, wie die Wiedertäufer lästern; sondern,daß darein gesteckt ist die Kraft, beyde des Todes und der Aufer-stehung Christi. Dazu, spricht er, sind wir mit ihm gepflantzet,das ist, also eingeleibet, daß er in uns kraftig ist, und sein Todin uns wircket; denn durch die Taufe eignet er uns zu, undgibt uns die Kraft, beyde, seines Todes und Auferstehung. Dasgeschieht beydes dazu, daß in uns auch folge, beyde, Tod undLeben. Denn darum wird unsere Sünde durch seinen Tod ge-tödtet, das ist, weggenommen, daß sie auch endlich an uns ster-ben, und fürder nicht leben soll.
Also, daß wir in der Taufe unter das Wasser gesteckt wer-den, zeiget, daß wir auch in Christo sterben; daß wir aber wie-der heraus kommen, bedeutet und gibt uns, daß wir auch in ihmwiederum leben; wie er nicht im Tode geblieben, sondern aufer-standen ist. Aber solch Leben soll und kann nicht seyn ein Lebender Sünde, weil sie zuvor in uns getödtet, und wir ihr habenabsterben müssen, sondern muß seyn ein neu Leben der Gerech-tigkeit und Heiligkeit; gleichwie Christus durch seine Auferstehungdie Sünde, darum er hat sterben müssen, gar und endlich zu-nichte gemacht hat, und dafür eitel Leben der Gerechtigkeit anihm selbst Herfür gebracht, und uns mittheilet w. Also heissen