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Neue Gedichte
Seite
95
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Zeitgedichte.,

4.

An einen ehemaligen Goetheaner.

18Z2,

Hast du wirklich dich erhobenAus dem müßig kalten Dunstkreis,

Womit einst der kluge KunstgreisDich von Weimar aus umwoben?

Gnügt dir nicht mehr die BekanntschaftSeiner Klärchen, seiner Gretchen?

Fliehst du Serlos keusche MädchenUnd Ottiliens Wahlverwandtschaft?

Nur Germanien willst du diene»,Und mit Mignon ist's vorbei heut'.Und du strebst nach größrer FreiheitAls du fandest bei Philinen?

Für des Volkes OberhoheitLünebürgertümlich kämpfst du,

Und mit kühnen Worten dämpfst duDer Despoten Bundesroheit!

In der Fern' hör' ich mit Freude,Wie man voll von deinem Lob ist,Und wie du der Mirabeau bistVon der Lüneburger Heide!

3.

Geheimnis.

Wir seufzen nicht, das Aug' ist trocken,Wir lächeln oft, wir lachen gar!In keinem Blick, in keiner Miene,

Wird das Geheimnis offenbar.

Mit seinen stummen Qualen liegt esIn unsrer Seele blut'gem Grund;