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Neue Gedichte
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38
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38 Heine: Neue Gedichte.

2.

In welche soll ich mich verlieben,

Da beide liebenswürdig sind?

Ein schönes Weib ist noch die Mutter,Die Tochter ist ein schönes Kind.

Die weißen, unerfahrnen Glieder,

Sie sind so rührend anzusehn!

Doch reizend sind geniale Äugen,

Die unsre Zärtlichkeit verstehn.

Es gleicht mein Herz dem grauen Freunde,Der zwischen zwei Gebündel HeuNachsinnlich grübelt, welch' von beidenDas allerbeste Futter sei.

3.

Die Flaschen sind leer, das Frühstück war gut.Die Dämchen sind rosig erhitzet;

Sie lüften das Mieder mit Übermut,

Ich glaube sie sind bespitzet.

Die Schulter wie weiß, die Brüstchen wie nett!Mein Herz erbebet vor Schrecken.

Nun werfen sie lachend sich aufs Bett.

Und hüllen sich ein mit den Decken.

Sie ziehen nun gar die Gardinen vor,Und schnarchen am End' um die Wette.

Da steh' ich im Zimmer, ein einsamer Thor,Betrachte verlegen das Bette.

4.

Jugend, die mir täglich schwindet,Wird durch raschen Mut ersetzt,Und mein kühnrer Arm umwindetNoch viel schlankre Hüften jetzt.