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Neue Gedichte
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W Heine: Neue Gedichte.

S.

Wie rasch du auch vorüberschrittestNoch einmal schautest du zurück,Der Mund, wie fragend, kühngeöffnet,Stürmischer Hochmut in dem Blick.

O, daß ich nie zu fassen suchteDas weiße, flüchtige Gewand!Die holde Spur der kleinen Füße,O, daß ich nie sie wiederfand!

Verschwunden ist ja deine Wildheit,Bist wie die andern zahm und klar,Und sanft und unerträglich gütig.Und ach! nun liebst du mich sogar!

3.

Nimmer glaub' ich, junge Schöne,Was die spröde Lippe spricht;

Solche große, schwarze Augen,Solche hat die Tugend nicht.

Diese braungestreifte Lüge,

Streif sie ab; ich liebe dich.

Laß dein weißes Herz mich küssenWeißes Herz, verstehst du mich?

4.

Ich halte ihr die Augen zuUnd küss' sie auf den Mund;

Nun läßt sie mich nicht mehr in Ruh',Sie fragt mich um den Grund.

Von Abend spät bis morgens früh,Sie fragt zu jeder Stund':

Was hältst du mir die Augen zu,Wenn du mir küßt den Mund?