L6 Heine: Neue Gedichte.
11.
Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffWohl über das wilde Meer;
Du weißt wie sehr ich traurig binlind kränkst mich doch so schwer.
Dein Herz ist treulos wie der WindUnd flattert hin und her;
Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffWohl über das wilde Meer.
12.
Wie schändlich du gehandelt,Ich Hab' es den Menschen verhehlet,Und bin hinausgefahren aufs Meer,Und Hab' eS den Fischen erzählet.
Ich lass' dir den guten NamenNur auf dem festen Lande;
Aber im ganzen OzeanWeiß man von deiner Schande.
13.
Es ziehen die brausenden WellenWohl nach dem Strand;Sie schwellen und zerschellenWohl auf dem Sand.
Sie kommen groß und kräftig,Ohn' Unterlaß;
Sie werden endlich heftig —Was hilft uns das?
14.
Es ragt ins Meer der Runenstein,Da sitz' ich mit meinen Träumen.