Druckschrift 
Neue Gedichte
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

Heine: Neue Gedichte.

7.

Auf diesem Felsen bauen wirDie Kirche von dem dritten,Dem dritten neuen Testament;Das Leid ist ausgelitten.

Vernichtet ist das Zweierlei,

Das uns so lang bethöret;

Die dumme LeiberqunlereiHat endlich aufgehöret.

Hörst du den Gott im finstern Meer?Mit tausend Stimmen spricht er.Und siehst du über unserm HauptDie tausend Gotteslichter?

Der heil'gs Gott der ist im LichtWie in den Finsternissen;

Und Gott ist alles was da ist;

Er ist in unfern Küssen.

8.

Graue Nacht liegt auf dem MeereUnd die kleinen Sterne glimmen.Manchmal tönen in dem WasserLange hingezogne Stimmen.

Dorten spielt der alte NordwindMit den blanken Meereswellen,

Die wie Orgelpfeifen hüpfen,

Die wie Orgelpfeifen schwellen.

Heidnisch halb und halb auch kirchlich.Klingen diese Melodeien,

Steigen mutig in die Höhe,

Daß sich drob die Sterne freuen.

Und die Sterne, immer größer,Glühen auf mit Lustgswimmel,