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Neue Gedichte
Seite
22
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Heine: Neue Gedichte.

3.

Das ist eine weiße Möwe,

Die ich dort flattern seh'

Wohl über die dunklen Fluten;Der Mond steht hoch in der Höh'.

Der Haifisch und der Roche,Die schnappen hervor aus der See,Es hebt sich, es senkt sich die Möwe;Der Mond steht hoch in der Höh'.

O, liebe flüchtige Seele,

Dir ist so bang und weh!

Zu nah ist dir das Wasser,Der Mond steht hoch in der Höh'.

4.

Daß du mich liebst, das wüßt' ich,Ich hatt' es längst entdeckt;

Doch als du mir's gestandenHat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die BergeUnd jubelte und sang;

Ich ging ans Meer und weinteBeim Sonnenuntergang.

Mein Herz ist wie die SonneSo flammend anzusehn,lind in ein Meer von LiebeVersinkt es groß und schön.

8

Wie nsubegierig die MöweNach uns herüberblickt,

Weil ich an deine LippenSo fest mein Ohr gedrückt!