Neuer Frühling,
Er küßte und dachte nichts dabei.
Es war iin schönen Monat Mai,Die Blumen sind aus der Erde gesprungen,Die Sonne lachte, die Vögel sungen.
26.
Wie die Nelken duftig atmen!
Wie die Sterne, ein GewimmelGoldner Bienen, ängstlich schimmernAn dem veilchenblauen Himmel!
Aus dem Dunkel der KastanienGlänzt das Landhaus, weiß und lüstern.Und ich hör' die Glasthür klirrenUnd die liebe Stimme flüstern.
Holdes Zittern, süßes Beben,Furchtsam zärtliches Umschlingen —Und die jungen Rosen lauschen,
Und die Nachtigallen singen.
27.
Hab' ich nicht dieselben TräumeSchon geträumt von diesem Glücke?Waren's nicht dieselben Bäume,
Blumen, Küsse, Liebesblicke?
Schien der Mond nicht durch die BlätterUnsrer Laube hier am Bache?
Hielten nicht die MarmorgötterVor dem Eingang stille Wache?
Ach! ich weiß wie sich verändernDiese allzuholden Träume,
Wie niit kalten SchneegewändernSich umhüllen Herz und Bäume;
Wie wir selber dann erkühlenUnd uns fliehen und vergessen,
Wir, die jetzt so zärtlich fühlen,
Herz an Herz so zärtlich pressen.