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Atta Troll : ein Sommernachtstraum
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Atta Troll. 49

Lehnte hoch auf weißem Zelter,

Dessen Goldzaum von zwei MohrenWard geleitet, die zu FußAn der Fürstin Seite trabten.

Wirklich eine Fürstin war sie,

War Judäas Königin,

Des Herodes schönes Weib,

Die des Täufers Haupt begehrt hat.

Dieser Blutschuld halber ward sieAuch vermaledeit; als NachtspukMuß sie bis zum jüngsten TageReiten mit der wilden Jagd.

In den Händen trägt sie immerJene Schüssel mit dem HaupteDes Johannes, und sie küßt es;

Ja, sie küßt das Haupt mit Inbrunst.

Denn sie liebte einst Johannem

In der Bibel steht es nicht.

Doch im Volke lebt die SageVon Herodias' blut'ger Liebe

Anders war' ja unerklärlichDas Gelüste jener Dame

Wird ein Weib das Haupt begehrenEines Manns, den sie nicht liebt?

War vielleicht ein bißchen böseAuf den Liebsten, ließ ihn köpfen;

Aber als sie auf der SchüsselDas geliebte Haupt erblickte,

Weinte sie und ward verrückt.

Und sie starb in Liebeswahnsinn.(Liebsswahnsinn! Pleonasmus!

Liebe ist ja schon ein Wahnsinn!)

Nächtlich auferstehend trägt sie.

Wie gesagt, das blut'ge HauptIn der Hand, auf ihrer Jagdfahrt

Doch mit toller WeiberlauneHeine. Atta Troll. 4