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Atta Troll : ein Sommernachtstraum
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4 Vorrede.

macht. Die Verhaftsbefehle, die von der deutschen Grenze anauf jeder Station die Heimkehr des Dichters mit Sehnsuchterwarten, werden gehörig renoviert jedes Jahr, um die heiligeWeihnachtszeit, wenn an den Christbäumen die gemütlichenLämpchen funkeln. Wegen solcher Unsicherheit der Wege wirdmir das Reisen in den deutschen Gauen schier verleidet, ichfeiere deshalb meine Weihnachten in der Fremde, und werdeauch in der Fremde, im Exil, meine Tage beschließen. Diewackern Kämpen für Licht und Wahrheit, die mich der Wan-kelmütigkeit und des Knechtsinns beschuldigten, gehen unter-dessen im Vaterlande sehr sicher umher, als wohlbestallteStaatsdiener, oder als Würdeträger einer Gilde, oder alsStammgäste eines Klubs, wo sie sich dos Abends patriotischerquicken am Rebensafte des Vater Rhein und an meerum-schlungenen schleswig-holsteinschen Austern.

Ich habe oben mit besonderer Absicht angedeutet, in welcherPeriode derAtta Troll" entstanden ist. 'Damals blühte diesogenannte politische Dichtkunst. Die Opposition, wie Nugesagt, verkaufte ihr Leder und ward Poesie. Die Musen be-kamen die strenge Weisung, sich hinfüro nicht mehr müßig undleichtfertig umherzutreiben, sondern in vaterländischen Dienstzu treten, etwa als Marketenderinnen der Freiheit oder alsWäscherinnen der christlich-germanischen Nationalität. Es er-hub sich im deutschen Bardenhain ganz besonders jener vage,unfruchtbare Pathos, jener nutzlose Enthusiasmusdunst, dersich mit Todesverachtung in einen Ozean von Allgemeinheitenstürzte und mich immer an den amerikanischen Matrosen er-innerte, welcher für den General Jackson so überschwenglichbegeistert war, daß er einst von der Spitze eines Mastbaumsins Meer hinabsprang, indem er ausrief:Ich sterbe für denGeneral Jackson!" Ja, obgleich wir Deutschen noch keineFlotte besaßen, so hatten wir doch schon viele begeisterte Ma-trosen, die für den General Jackson starben, in Versen und inProsa. Das Talent war damals eine sehr mißliche Begabung,denn es brachte in den Verdacht der Charakterlosigkeit. Diescheelsüchtige Impotenz hatte endlich nach tausendjährigemNachgrübeln ihre große Waffe gefunden gegen die Übermüdendes Genius; sie fand nämlich die Antithese von Talent undCharakter. Es war fast persönlich schmeichelhaft für die großeMenge, wenn sie behaupten hörte: die braven Leute seien frei-