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Romanzero
Seite
89
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Zweites Buch. Lamentationen. 89

Die schwertgegürteten Engelgestalten,

Sechstausend zur Rechten, sechstausend zur Linken,

Sie schützen den König vor träumendem Leide,Und zieht er finster die Brauen zusammen,

Da fahren sogleich die stählernen Flammen,Zwölftausend Schwerter, hervor aus der Scheide.

Doch wieder zurück in die Scheide fallenDie Schwerter der Engel, Das nächtliche GrauenVerschwindet, es glätten sich wieder die BrauenDes Schläfers, und seine Lippen lallen:

O Sulamith! das Reich ist mein Erbe,

Die Lande sind mir unterthänig,

Bin über Juda und Israel König —

Doch liebst du mich nicht, so welk' ich und sterbe.

11.

Verlorene Wunsche.

Von der Gleichheit der GemütsartWechselseitig angezogenWaren wir einander immerMehr als uns bewußt gewogen.

Beide ehrlich und bescheiden,

Konnten wir uns leicht verstehen;

Worte waren überflüssig,

Brauchten uns nur anzusehen.

O wie sehnlich wünscht' ich immer,Daß ich bei dir bleiben könnteAls der tapfre WaffenbruderEines cloles tar nisnts.

Ja, mein liebster Wunsch war immer,Daß ich immer bei dir bliebe!

Alles was dir wohlgefiele,

Alles thät' ich dir zu Liebe.

Würde essen was dir schmeckteUnd die Schüssel gleich entfernen,