Heine: Nomanzero.
Die Glieder sind mir rheumatisch gelähmt.Und meine Seele ist tief beschämt,
Ach, jede Lust, ach, jeden GenußHab' ich erkauft durch herben Verdruß;Ich ward getränkt mit BitternissenUnd grausam von den Wanzen gebissen;Ich ward bedrängt von schwarzen Sorgen,Ich mußte lügen, ich mußte borgenBei reichen Buben und alten Vetteln —Ich glaube sogar, ich mußte betteln.
Jetzt bin ich müd' vom Rennen und Laufen,Jetzt will ich mich im Grabe verschnaufen.
Lebt wohl! Dort oben, ihr christlichen Brüder,Ja, das versteht sich, dort sehn wir uns wieder.
3.
Auferstehung.
Posaunenruf erfüllt die Luft,
Und furchtbar schallt es wider;
Die Toten steigen aus der Gruft,Und schütteln und rütteln die Glieder.
Was Beine hat, das trollt sich fort.Es wallen die weißen GestaltenNach Josaphat, dem Sammelort,
Dort wird Gericht gehalten.
Als Freigraf sitzet Christus dortIn seiner Apostel Kreise.
Sie sind die Schoppen, ihr Spruch und WortIst minniglich und weise.
Sie urteln nicht vermummten Gesichts;Die Maske läßt jeder fallenAm hellen Tage des jüngsten Gerichts,
Wenn die Posaunen schallen.
Das ist zu Josaphat im Thal,
Da stehu die geladenen Scharen,