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Romanzero
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72 Heine: Romanzero.

Der Er-Uachtwächter.

Mißgelaunt, sagt man, verließ erStuttgart an dem Neckarstrand,

Und zu München an der IsarWard er Schauspielintendant^.

Das ist eine schöne GegendEbenfalls, es schäumet hier,

Geist - und Phantasie-erregend,

Holder Bock, das beste Bier.

Doch der arme Jntendante,

Heißt es, gehet dort herumMelancholisch wie ein Dante,

Wie Lord Byron g-loomz-, stumm.

Ihn ergoßen nicht Komödien,

Nicht das schlechteste Gedicht,

Selbst die traurigsten TragödienLiest er — doch er lächelt nicht.

Manche Schöne möcht' erheiternDieses gramumflorte Herz,

Doch die Liebesblicke scheiternAn dem Panzer, der von Erz.

Nannerl mit dem RiegelhäubchenGirrt ihn an so muntern Sinns —Geh ins Kloster, armes Täubchen,Spricht er wie ein Dänenprinz.

Seine Freunde sind vergebensZu erlust'gsn ihn bemüht,

Singen: Freue dich dos Lebens,

Weil dir noch dein Lämpchen glüht!

Kann dich nichts zum Frohsinn reizenHier in dieser hübschen Stadt,

5 Tingelstedt wurde 1850 Intendant in München; er liegte nicht mehrdieselben Anschauungen, die er in den .Liedern eines kosmopolitischen Nachi-wächterS" ausgedrückt hatte.