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Romanzero
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69
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Zweiies Buch. Lamentationen. 69

Kaum zwölfjährig schien der eine.

Wenig älter war der andre;

Die Gesichter schön und edel,

Aber fahl und welk von Siechtum.

Waren ganz zerlumpt, fast nackendUnd die magern Leibchen trugenWunde Spuren der Mißhandlung;

Beide schüttelte das Fieber.

Aus der Tiefe ihres ElendsSchauten sie zu mir empor,

Wie mit weißen Geisteraugen,

Daß ich schier darob erschrocken.

Wer sind diese Jammerbilder?

Rief ich aus, indem ich hastigDon Diegos Hand ergriff.

Die gezittert, wie ich fühlte.

Don Diego schien verlege»,

Sah sich um, ob niemand lausche,

Seufzte tief und sprach am Ende,

Heitern Weltmannston erkünstelnd:

Dieses sind zwei Königskinder,

Früh verwaiset, König Pedro.Hieß der Vater und die MutterWar Maria de Padilla.

Nach der großen Schlacht bei Narvas,Wo Henrico TranstamareSeinen Bruder, König Pedro,

Von der großen Last der Krone

Und zugleich von jener größernLast, die Leben heißt, befreite:

Da traf auch die BruderskinderDon Henricos Siegergroßmut.

Hat sich ihrer angenommen,

Wie es einem Oheim ziemet,

Und im eignen Schlosse gab erIhnen freie Kost und Wohnung.