Heine: Romnnzew.
Trage mich nach jener Burg,
Die der König MontezumaGastlich seinen spanischen GästenAngewiesen zur Behausung,
Doch nicht Obdach bloß und Atzung,In verschwenderischer Fülle,
Gab der Fürst den fremden Strolchen —Auch Geschenke reich und prächtig,
Kostbarkeiten klug gedrechselt,Von massivem Gold, Juwelen,
Zeugten glänzend von der HuldUnd der Großmut des Monarchen.
Dieser unzivilisierte.
Abergläubisch blinde HeideGlaubte noch an Treu' und EhreUnd an Heiligkeit des Gastrechts.
Er willfahrte dem Gesuche,Beizuwohnen einem Feste,
Das in ihrer Burg die SpanierIhm zu Ehren geben wollten —
Und mit seinem Hofgesinde,
Arglos, huldreich, kam der KönigIn das spanische Quartier,
Wo Fanfaren ihn begrüßten.
Wie das Festspiel war betitelt,
Weiß ich nicht. Es hieß vielleicht:„Span'sche Treue!" doch der AutorNannt' sich Don Fernando Cortez,
Dieser gab das Stichwort — plötzlichWard der König überfallen,
Und man band ihn und behielt ihnIn der Burg als eine Geisel.
Aber Montezuma starb.
Und da war der Damm gebrochen,Der die kecken AbenteurerSchützte vor dem Zorn des Volkes,