Heine: Nmnanzero
„Ach der Stirne, welche trugEine Dornenkrone weiland,
Gaben wir ein Hirschgeweihe —Wir betrogen unfern Heiland.
„Jesus, der die Güte selbst,
Weinte sanft ob unsrer Fehle,
Und er sprach: VermaledeitUnd verdammt sei eure Seele!
„Grabcntstiegner Spuk der Nacht,Müssen büßend wir nunmehreIrre gehn in diesen Mauern —Miserere! Miserere!
„Ach, im Grabe ist es gut,
Ob es gleich viel besser wäreIn dem warmen Himmelreiche —Miserere! Miserere!
„Süßer Jesus, o vergibEndlich uns die Schuld, die schwere,Schließ uns auf den warmen HimmelMiserere! Miserere!"
Also singt die Nonnenschar,
Und ein längst verstorbner KüsterSpielt die Orgel. SchattenhändeStürmen toll durch die Register.
pfalMäM Jutta.
Pfalzgräfin Jutta fuhr über den Rhein,Im leichten Kahn, bei Mondenschein.Die Zofe rudert, die Gräfin spricht:„Siehst du die sieben Leichen nicht,Die hinter uns kommenEinhergeschwommen —
So traurig schwimmen die Toten!
„Das waren Ritter voll Jugendlust —Sie sanken zärtlich an meine Brust