man ihr wider ihren Willen aufgeladen. Im vierten Akte spricht ihrMaria das Todesurtheil, welches sie gelassen anhört, und nur für ihreVerwandten bittet sie. Aber die kalte, finstere Maria giebt ihr blos!den Vater frei. Ihr Gemahl und die Brüder Norrhumberlands müs-sen mit ihr das Blutgerüste besteigen. Nachdem sie Marien um Ver-zeihung gebeten, daß sie ihre Krone sich aufgesetzt habe, laßt sie sichruhig wieder ins Gefängniß führen. Im letzten Akte weicht der Ver-fasser von der Geschichte zum großen Vortheile seiner Komposition ab,indem er eine letzte Unterredung zwischen Johanna und ihrem Gemahlebcrbcisnhrt. Hier zeigt sich dieses liebenswürdige Weib als eine wahreHeidin ihres Geschlechts. Ihrer Ucberredungskraft gelingt es, den ge-liebten Gatten mit Muth auszurüsten gegen den »crannahendcn Too.Nachdem er zum Nichlplatz abgeführt worden ist. wirft sie sich auf d!eKnicc und betet inbrünstig für den Geliebten ihrer Seele. Als derKommandant des Thurmes mit Wachen erscheint um auch sie zumBlutgerüste zu führen, und weinend ihr Schicksal beklagt, spricht si«folgende schöne Schlußworte!
O weinet nicht! Ich habe Muth zu sterben,
Und büßen muß ich meine schwere Schuld.
Vielleicht mag ich den Himmel noch ererben,
Ertrag' ich mein Geschick hier mit Geduld.
Um meinesssGottes Gnade zu erwerben.
Hab' ich gefleht zu seiner ew'gen Huld,
Und habe mich von Allem losgcrungen.
Drum fort! die ird'sche Zeit hat für mich ausgeklungcn.
Der Kaufmann wie er seyn soll und kann.
oder: Väterlicher Rath, an inciiien Sohn, welcher sich derHandlung widmet. Von D. Willen. Gebunden 12Ggr. oder 15 Sgr. od. 54 Kr.
Der Verfasser sagt in 28 Briefen an seinen Sohn so viel WahresVerständiges und Beherzigungswerthes, daß das Büchlein mit gutemGewissen jedem aus der Schule zum KaufmannSstande übertretendenJüngling empfohlen werden kann. Als der Sohn das vierzehnte Jahrerreicht, beginne» die Briefe, begleiten ihn dann zum Lchrhcrrn undauf Reisen, und den Schluß macht: Mein letztes Wort anmeinen Sohn, eine Lebensphilosophie in »was. Alles faßlich unoangenehm vorgetragen. Die Hauptverhältnisse sind ins Auge gefaßtund so weit es die Kürze erlaubte, sind die Lebenslagen individualisirtund dadurch die Belehrungen eindringlicher gemacht worden.